Letztes Update:
20200519144319

"Corona-freies" Tadschikistan schließt nun doch Schulen

12:48
25.04.2020
Aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus werden im zentralasiatischen Tadschikistan nun doch vorsorglich Schulen geschlossen und Sportveranstaltungen abgesagt. Die Schüler sollen mindestens für zwei Wochen in den Urlaub geschickt werden. Das ordnete die autoritäre Regierung unter Präsident Emomali Rachmon überraschend am Samstag in Duschanbe an.

Die Ex-Sowjetrepublik präsentiert sich seit Langem als eines der letzten Corona-freien Länder der Welt. Experten zweifeln diese Angaben jedoch stark an. Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch kritisierte zudem das Fehlen von umfassenden Schutzmaßnahmen für die rund neun Millionen Bewohner in dem verarmten Hochgebirgsland an der Grenze zu China.

Tadschikistan stand in den internationalen Schlagzeilen, weil trotz der Corona-Pandemie weiter Fußball gespielt wurde. Nun soll auch das laut Regierungsverordnung nicht mehr möglich sein. Massenevents und Sportveranstaltungen seien verboten, Kinos und Theater blieben geschlossen. Die Landesgrenzen sind schon länger dicht. Mehrere Tausend Rückkehrer wurden vorsorglich in Quarantäne gesteckt.    

Maximilian Richard

FÉDUSE/Enseignement-CGFP: "Vertrauensbruch durch den Bildungsminister"

11:48
25.04.2020
"Auch im Bildungsbereich ist es besonders in Krisenzeiten wichtig, dass alle Beteiligen miteinander und nicht gegeneinander arbeiten", so die FÉDUSE/Enseignement-CGFP in einem Schreiben am Samstagmorgen. Bildungsminister Claude Meisch habe die Gewerkschaft bisher - trotz ihrer repräsentativen Kraft - "als Dialogpartner komplett ignoriert."

Nach einer langen "Funkstille", aus dem Ministerium habe die FÉDUSE/Enseignement-CGFP erst am Freitag die Information erreicht, dass das Schuljahr für das Lehrpersonal in der Sekundarschule bis zum 17. Juli verlängert werden soll. Dies sei weder im Vorfeld mit der Gewerkschaft besprochen worden, noch sei man über die üblichen Kanäle darüber informiert worden.

Dies empfindet die FÉDUSE/Enseignement-CGFP als "großen Vertrauensbruch" seitens des Ministers, das Lehrpersonal sei vor den Kopf gestoßen worden. Ein klärendes Gespräch mit Bildungsminister Claude Meisch sei daher dringend nötig.

Die Gewerkschaft FÉDUSE/Enseignement-CGFP sei nicht grundsätzlich gegen einen schrittweisen Anlauf des Schulbetriebs, allerdings gebe es hier noch viele unbeantwortete Fragen. Wie sollen Schüler und Lehrpersonal geschützt werden und ist eine physische Präsenz der Abschlussklassen wirklich unumgänglich?

Sarah Cames