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Brasilien: mehr als 400 Todesopfer in 24 Stunden

06:40
24.04.2020
Brasilien hat erstmals mehr als 400 Todesfälle durch das Coronavirus innerhalb von 24 Stunden registriert. Nach den Zahlen des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Donnerstagabend (Ortszeit) lag die Zahl der Gestorbenen zwischen Mittwoch und Donnerstag bei 407. Das ist die höchste Zahl für diesen Zeitraum seit Beginn der Covid-19-Pandemie. Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 3313 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.
Fast 50 000 Infizierte wurden in dem größten Land Lateinamerikas inzwischen registriert; die tatsächlichen Zahlen dürften unter anderem aufgrund fehlender Tests weitaus höher liegen. Am 26. Februar war in Brasilien als erstem Land Lateinamerikas ein Mensch positiv auf den Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst, getestet worden. Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus verharmlost, hält nichts von Einschränkungen des öffentlichen Lebens und fordert eine Rückkehr zur Normalität.
Im Streit über den richtigen Umgang mit dem Virus entließ der Rechtspopulist in der vergangenen Woche Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta, der eine strikte Linie vertreten hatte. Bolsonaro missachtete die Empfehlungen zur sozialen Distanzierung immer wieder, etwa am Sonntag, als er vor Anhängern sprach, die eine Rückkehr zur Militärdiktatur forderten. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und von Misswirtschaft sind Krankenhäuser in verschiedenen Städten und Bundesstaaten an ihre Grenzen geraten.

dpa

Philippinen verlängern Corona-Auflagen für Hauptinsel Luzon bis Mai

06:33
24.04.2020
Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat am Freitag die Corona-Auflagen auf der Hauptinsel Luzon mit der Hauptstadt Manila um zwei Wochen bis zum 15. Mai verlängert. „Wir sind alle in Gefahr“, sagte Duterte in einer Fernsehansprache am Freitag. „Erhöhen Sie weder die Chancen noch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie es bekommen.“ Auf Luzon, wo mehr als die Hälfte der über 100 Millionen Einwohner des Landes leben, gelten seit dem 16. März strenge Ausgangsbeschränkungen.
Zudem gelten nun für acht Provinzen in der Mitte und im Süden des südostasiatischen Landes, in denen die Zahl der Infektionsfälle ansteigt, „verschärfte Quarantänemaßnahmen“, sagte Dutertes Sprecher Harry Roque. Eine Person pro Haushalt dürfe das Haus verlassen, um Lebensmittel, Medikamente und andere lebensnotwendige Sachen zu besorgen.
Duterte drohte zudem damit, das Kriegsrecht auszurufen, falls kommunistische Rebellen in der Corona-Krise ihre Angriffe nicht einstellten. „Ich warne jetzt alle, ich könnte das Kriegsrecht ausrufen, und es wird kein Zurück mehr geben“, sagte er. Die Regierung werde auch Organisationen verfolgen, die als legale Fronten dieser Rebellen operieren, und ihnen finanzielle Unterstützung gewähren. Duterte ist als Populist und Hardliner bekannt.
In dem südostasiatischen Inselstaat haben die Gesundheitsbehörden bislang 6981 bestätigte Fälle von Sars-CoV-2-Infektionen gemeldet, 462 Infizierte starben.

dpa