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20200519144319

Tschechien verfünffacht Haushaltsdefizit

09:10
25.03.2020
Wegen der Coronavirus-Pandemie verfünffacht Tschechien das für dieses Jahr geplante Haushaltsdefizit. Es steigt von 40 Milliarden Kronen (knapp 1,5 Milliarden Euro) auf 200 Milliarden Kronen (rund 7,3 Milliarden Euro). Das Abgeordnetenhaus in Prag stimmte der Änderung in einer Notsitzung in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch zu. Als Grund werden sinkende Einnahmen wegen des Rückgangs der wirtschaftlichen Aktivität und steigende Ausgaben für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus genannt.

Das Defizit soll überwiegend durch die Ausgabe von staatlichen Schuldverschreibungen finanziert werden. Im europäischen Vergleich hat Tschechien eine der niedrigsten Staatsschuldenquoten - also die Schulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. Sie lag 2018 laut Eurostat bei 32,6 Prozent, im EU-Durchschnitt waren es 80,4 Prozent.

Die Regierung in Prag hat wegen der Pandemie den Notstand ausgerufen. Schulen, Restaurants, Theater und Kinos sowie die meisten Geschäfte sind bis zum 1. April geschlossen. Die Behörden haben bis Mittwochvormittag 1497 bestätigte Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus vermeldet. Bisher sind drei Todesfälle zu beklagen.

Sarah Cames

ABBL-Präsident: "Die Krise wird auch an den Banken nicht spurlos vorbeigehen"

07:30
25.03.2020
Der Präsident des Bankenverbands ABBL, Guy Hoffmann, sprach am Mittwochmorgen bei RTL über die Situation der Banken in Luxemburg in Zeiten der Corona-Krise. "Sie geht auch an uns nicht spurlos vorbei", so der Präsident. Auch im Bankensektor fehle es derzeit an Personal, etwa weil Mitarbeiter congé pour raisons familiales in Anspruch nehmen mussten. Hinzu käme der mangelnde Kontakt zu den Kunden und die schlechte Situation auf dem Finanzmarkt.

Alles in allem müsse man allerdings sagen, dass die Banken in Luxemburg viel besser aufgestellt sind, als es zum Beispiel in den Krisenjahren 2007/2008 der Fall war. "Wir haben solide Grundmauern", so Hoffmann.

Man bemerke bereits jetzt, dass viele Unternehmen aufgrund der ausbleibenden Einnahmen Liquiditätsprobleme hätten. Vor allem Firmen, die vor der Krise gesunde Zahlen geschrieben haben, müsse nun schnell und unbürokratisch geholfen werden. 

Im Bankensektor gäbe es einen großen Willen, zu helfen - allerdings müsse man auch darauf achten, dass sich das Problem nicht von den Unternehmen auf die Banken verlagert. "Jeder muss einen Betrag leisten'", so Hoffmann am Mittwochmorgen.

Sarah Cames