Die Chamber hat am Samstagnachmittag in einer außergewöhnlichen Sitzung einstimmig die Verlängerung des Notstands auf drei Monate gestimmt. Das Votum selbst dauerte krisenbedingt länger als gewöhnlich. Um zu verhindern, dass die Abgeordneten sich mit dem Corona-Virus infizierten, konnten sie nur in kleinen Gruppen abstimmen und das auch nur mündlich. Diejenigen die bereits ihre Zustimmung gegeben hatten, mussten das Plenum wieder verlassen, bevor die nächste Gruppe den Saal betreten durfte. Parlamentarier, die älter sind als 65 Jahren, waren entschuldigt und mussten nicht an der Sitzung teilnehmen.
Der Notstand, der der Regierung in dieser Krise außergewöhnliche Rechte zugesteht, war am Mittwoch für zehn Tage in Kraft getreten. Wenn der Notstand für längere Zeit (maximal drei Monate) ausgerufen werden soll, muss das Parlament dies mit einer 2/3-Mehrheit bewilligen.
Auch wenn sämtliche Parlamentarier von der Notwendigkeit einer Verlängerung des Etat de crise überzeugt waren, so ist es ihnen dennoch schwer gefallen, der Verlängerung zuzustimmen. Denn durch die Notfallmaßnahmen werden die Rechte des Einzelnen eingeschränkt, etwa die Bewegungs- und die Versammlungsfreiheit. Wenn man aber abwägen müsse zwischen einer Beschneidung der Rechte des Einzelnen und dem Allgemeinwohl, dann müsse man sich ohne Wenn und Aber für das Allgemeinwohl entscheiden, meinte beispielsweise der LSAP-Fraktionsvorsitzende Georges Engel: "Es ist eine Frage von Leben oder Tod."