Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland Ausländer deutlich häufiger gestorben als Menschen mit deutschem Pass. Das geht aus einer aktuellen Studie des Mediendienstes Integration hervor. Darin wird vor allem die Zeit in den Blick genommen, als hierzulande noch kein Impfstoff verfügbar war. Da die ausländische Bevölkerung in Deutschland im Durchschnitt jünger ist als die Gesamtbevölkerung - und daher insgesamt weniger Ausländer ein hohes Risiko für einen tödlichen Krankheitsverlauf haben - betrachteten die Forscher den Anstieg der Todesfälle von 2019 zu 2020 jeweils für bestimmte Altersklassen. Dabei zeigt sich ihren Angaben zufolge, dass der Anstieg bei den Deutschen in der Altersklasse zwischen 45 Jahren und 64 Jahren bei 1,1 Prozent lag, bei Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit aus dieser Altersgruppe betrug der Anstieg der Todesfälle dagegen neun Prozent. Auch in anderen Altersgruppen war der Unterschied signifikant.
Ein Grund für die höhere Sterberate dürfte die sozioökonomische Situation der Zugewanderten sein, die häufiger in beengten Wohnverhältnissen leben, was eine Weitergabe des Virus begünstigt. Zudem sind unter den Ausländern mehr Menschen, die im produzierenden Gewerbe arbeiten, im Handel oder in personalintensiven Bereichen, wie etwa Großküchen oder Schlachtbetriebe, und dadurch einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind.