Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) kritisiert die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz zur Eindämmung der Corona-Pandemie. "Die Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Intensivstationen von dem enormen Druck zu entlasten und eine Patientengefährdung zu verhindern", sagt DGAI-Präsident Frank Wappler. "Wir sind zu spät dran und versuchen es jetzt mit aller Gewalt, unzureichende Maßnahmen übers Knie zu brechen."
Statt der Umsetzung eines "komplizierten Systems mit vielen Lücken" fordern die Anästhesisten "strikte Kontaktbeschränkungen und in letzter Konsequenz einen Lockdown". Schätzungen zufolge würden bis Weihnachten bis zu 6000 schwerkranke Covid-19-Patienten auf den deutschen Intensivstationen liegen. Möglicherweise müsse man dann auch die "Notreserve" von wenigen tausend Betten zusätzlich antasten.