Letztes Update:
20220127220332

12:08
03.11.2021
Der Impfstoffexperte Leif Sander hält bei etwa 30 Millionen Menschen in Deutschland zeitnah Auffrischimpfungen für geboten. Das gegenwärtige Tempo beim Impfen reiche nicht, um die hochgefährdete Gruppe in diesem Winter zu erreichen, so der Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung der Charité in Berlin. Er bekräftigt seine Forderung nach einer koordinierten Booster-Kampagne. Zu erwarten sei auch ein dämpfender Effekt auf das Infektionsgeschehen.
Insgesamt sind Experten zufolge in Deutschland noch zu viele Menschen ganz ohne Schutz. "Boostern schützt alte Menschen und Risikopatienten. Gleichzeitig kann es auch das Infektionstempo bei Ungeimpften verlangsamen – aber nicht verhindern. Wir müssen mit höchster Priorität die Impflücke schließen, ganz besonders bei den Älteren", schreibt der Berliner Virologe Christian Drosten auf Twitter. 

11:51
03.11.2021
Die Stadt Hamburg ändert vor dem Hintergrund der großen Anzahl geimpfter Menschen bei der Kontaktnachverfolgung ihre Strategie. Infizierte werden verpflichtet, künftig selbst ihre Kontaktpersonen zu informieren. Diese Kontaktpersonen – mittlerweile mutmaßlich überwiegend geimpft und damit überwiegend nicht quarantänepflichtig – sollen an sich beobachten, ob Symptome auftreten, wie der Sprecher der Gesundheitsbehörde Martin Helfrich mitteilt. Wenn es Ausbruchssituationen gebe oder besondere Sachverhalte, werde das Gesundheitsamt weiterhin alle Einzelfälle ermitteln. 
Keinerlei Änderungen wird sich vor diesem Hintergrund beispielsweise für Kitas, Schulen, öffentliche Unterkünfte oder weitere vulnerable Einrichtungen wie Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ergeben. Zuvor hatte der NDR berichtet. Bisher informieren die Gesundheitsämter die Kontaktpersonen meist telefonisch.  

11:19
03.11.2021
Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) warnt vor einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage in Deutschland. "Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, wird diese vierte Welle wieder viel Leid bringen. Es werden viele Menschen schwer erkranken und sterben, und das Gesundheitswesen wird wieder stark belastet", so RKI-Chef Lothar Wieler. Die Welle entwickle sich leider genau wie befürchtet, da nicht genügend Menschen geimpft seien und Verhaltenshinweise zum Schutz vor Ansteckungen sowie die 2- und 3G-Regeln nicht mehr ausreichend umgesetzt würden. "Das sind erschreckende Zahlen", so Wieler mit Blick auf die erfassten Todesfälle in Deutschland.
Der RKI-Chef ruft zum Impfen und zum Einhalten der Regeln zu Abstand, Hygiene, Masken und Lüften auf. Die Impfung sei keine Wunderwaffe, macht er deutlich: Sie wirke nicht bei allen Geimpften gleich. "Außerdem kann der Impfschutz im Laufe der Zeit nachlassen - besonders bei Älteren, die ohnehin sehr gefährdet sind." Solidarität bleibe das Gebot der Stunde, betont Wieler.

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