Der Streetscooter rollt bald nicht mehr vom Band, Amazon bringt immer mehr Pakete selbst zum Kunden und die Corona-Krise hält die Welt in Atem: All das belastet die großen Ziele, die sich die Deutsche Post für 2020 gesetzt hat. Ist es da legitim, sich noch für die Erfolge der vergleichsweise entspannten Vergangenheit zu feiern? Fragt man die Post, ist es das. Der Erfolg sei schließlich die Basis, um mit diesen Herausforderungen umzugehen. «Unser Immunsystem als Firma ist sehr intakt», sagte Post-Chef Frank Appel am Dienstag im «DHL Innovation Center» in Troisdorf, wo er neben der Front eines blankpolierten DHL-Lasters am Dienstag die Zahlen für 2019 präsentiert.
Auf dem Papier gilt die Fünf-Milliarden-Euro-Prognose für den operativen Gewinn in 2020 zwar weiterhin, aber nur «ohne Corona und den Streetscooter» - und diese Welt gibt es bekanntlich nicht mehr. Für das vergangene Jahr kann die Post aber noch auf ein solides Geschäft zurückblicken: Das Konzernergebnis legte um gut 26 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg - wie bereits bekannt - um knapp drei Prozent auf 63,3 Milliarden Euro. Aktionäre der Post dürfen sich zudem über zehn Cent mehr Dividende freuen als im Jahr zuvor: Mit 1,25 Euro je Aktie fällt diese höher aus als erwartet.