Letztes Update:
20210124142453

Tübinger Forscher über Coronavirus

06:19
28.06.2020
Untersuchungen der Universitätsklinik Tübingen zufolge könnte eine Überreaktion des Immunsystems für besonders schwere Covid-19-Verläufe verantwortlich sein. "Das Coronavirus setzt eine Kaskade von abnormen Immunreaktionen in Gang", sagte der Pathologe Hans Bösmüller der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einer "Entgleisung des Immunsystems", die das Virus auslöst.

Seinen Angaben nach können dabei Gefäßschäden, Thrombosen und Gerinnungsstörungen entstehen und schubweise verschiedene Organe betreffen. Bösmüller hat seit Ausbruch des Coronavirus die Leichen von elf Menschen obduziert, die an einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben sind. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Gerinnsel aus verfestigtem Blut fand er zum großen Teil in den Lungen der Verstorbenen, aber auch im Darm. Bei einer Genesung können Bösmüller zufolge auch Beeinträchtigungen überall am Körper zurückbleiben - neben Atemproblemen etwa Defekte bei der Wundheilung oder in den Arterien von Hand und Fingern.

Simone Lohner

Lockerungen für Besuche in Pflegeheimen

12:54
26.06.2020
Die Landesregierung hat weitere Lockerungen für Bewohner und Besucher stationärer Pflegeeinrichtungen beschlossen. Die Besuchszeiten sollen ab 1. Juli nicht mehr begrenzt werden, teilte das Sozialministerium am Freitag mit. Die Lenkungsgruppe der Landesregierung habe diese Woche einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Die Zahl der Besucher bleibt allerdings beschränkt: Bewohner können weiterhin pro Tag nur zwei Besucher empfangen. Ausnahmen können aus besonderen Anlässen wie Sterbebegleitung oder Geburtstage erteilt werden. Mindestabstand und Maskenpflicht gelten weiterhin. Besuche von Personen, die Kontakt zu einem Infizierten hatten oder Corona-Symptome aufweisen, sind weiterhin nicht möglich.

"Es muss in dieser Phase der Corona-Pandemie jetzt darum gehen, eine vernünftige Balance zu finden zwischen dem lnfektionsschutz auf der einen und der Ermöglichung von sozialer Teilhabe auf der anderen Seite", betonte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

Simone Lohner