Der Landkreis Esslingen liegt derzeit unter der Relevanzschwelle für Corona-Neuinfektionen. In den vergangenen sieben Tagen wurden 34 neu infizierte Menschen registriert. Der Höchstwert lag Ende März bei rund 400 Neuinfizierten innerhalb einer Woche. Die Schwelle für den Kreis Esslingen mit seinen 535 000 Einwohnern liegt bei 268 Neuinfizierten in sieben Tagen. Wenn die Schwelle – sie ist auf 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner definiert – überschritten wird, müssen die Lockerungen zurückgenommen werden.
„Wir sind froh über die Lockerungen Schritt für Schritt“, teilte Landrat Heinz Eininger am Donnerstag mit. Dies sei möglich, weil sich das Infektionsgeschehen deutlich verlangsamt habe und sich die Menschen sehr diszipliniert an die Regeln gehalten haben. Eininger: „Als Landrat sehe ich darin eine Bestätigung des bisherigen Ansatzes zur Krisenbewältigung: Bei örtlich unterschiedlichen Betroffenheiten auch unterschiedliche Entscheidungen treffen zu können.“
Die Relevanzschwelle müsse nach wie vor regional angepasste Maßnahmen durch die Gesundheitsämter ermöglichen. In der Krise sei mehr als deutlich geworden: Die Macher vor Ort könnten mit dem Geschehen gut umgehen und entsprechende passgenaue Maßnahmen treffen. Eininger: „Die Landkreise benötigen in dieser Hinsicht eine gewisse Beinfreiheit und müssen nach wie vor eigenverantwortliche Entscheidungen treffen können.“
Der Kreis Esslingen habe als einer der ersten mit den CAZ (Corona-Abstrichzentren) seine Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt, intensiv getestet und so von Anfang an einen guten Überblick über das Infektionsgeschehen erhalten. Das darauf aufsetzende Kontaktpersonenmanagement habe bewirkt, „dass wir Infizierte und enge Kontaktpersonen frühzeitig in Quarantäne schicken konnten“. Bisher wurden sind im Kreis Esslingen 1767 mit Covid-19 Infizierte festgestellt, genesen sind 1440 (86 Prozent). Derzeit befinden sich 225 Personen in Quarantäne. Mitte der Woche erreichte Zahl der Toten die 100er-Grenze. Bis Donnerstag wurden 102 Todesfälle gemeldet.