Lehramtsstudenten aus ganz Baden-Württemberg laufen Sturm, weil das
Kultusministerium mitten in der Corona-Krise Prüfungstermine und Fristen veröffentlicht hat. «Es lässt sich kaum mit Worten beschreiben, welche Unsicherheit, Angst bis hin zu Panik diese Mitteilung des Kultusministeriums unter Studierenden verursacht hat», heißt es bei der Landesastenkonferenz als Studierendenvertretung. Laut Ministerium müssen sich Lehramtsstudierende
bis zum 6. Mai zu den Abschlussprüfungen anmelden, der zweimonatige Prüfungszeitraum wurde ab Mitte Mai festgelegt. Als Alternative sei auch die Herbstprüfung möglich.
«Niemand wird zur Abschlussprüfung gezwungen», sagte eine Ministeriumssprecherin. Aber Studierende hätten darum gebeten, ihre Prüfungen unter anderem wegen Bewerbungsfristen in anderen Ländern rasch ablegen zu dürfen. Man
habe verschiedensten Wünschen Rechnung getragen, indem man die Wahl lasse, Prüfungen jetzt oder im Herbst abzulegen. Das Kultusministerium betonte zudem: «Lehramtsstudierenden sollen keine Nachteile aus der derzeitigen Situation entstehen.»
Das
sehen die Studenten anders. In einem unabhängig von der Landesastenkonferenz aufgesetzten Schreiben fordern Lehramtsanwärter aus mehreren Hochschulen optional zur Examensnote auch die Möglichkeit, eine
Durchschnittsnote aus den bisher erbrachten Leistungen der Ersten Staatsprüfung zu erheben. «Wir haben uns in den letzten Wochen von den Entscheidungsträgern
im Stich gelassen gefühlt», heißt es unter anderem in dem offenen Brief. Das Kultusministerium hat bereits abgewunken: «Ein solcher Schritt würde dazu führen, dass der Grundsatz der Chancengleichheit nicht vorliegen würde», sagte eine Sprecherin.
Jakob de Santis