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20210124142453

Ministerin: Kein normaler Unterricht vor den Sommerferien

06:02
29.04.2020
Einen regulären, uneingeschränkten Unterricht wie vor der Corona-Pandemie hält Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor den Sommerferien nicht für realistisch. «Es wird eine Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht sein», sagte sie der «Schwäbischen Zeitung». Die Kultusministerkonferenz hatte am Dienstag vorgeschlagen, dass alle Schüler vor den Sommerferien tageweise wieder die Schule besuchen sollen.

Der Schulbetrieb im Südwesten soll ab 4. Mai stark eingeschränkt und schrittweise mit etwa 330.000 Schülern wieder starten. Begonnen werden soll mit den Schülern, bei denen in diesem oder im nächsten Jahr die Abschlussprüfungen anstehen. Vor den Abschlussprüfungen sollen aber keine weiteren Klausuren geschrieben werden, wie Eisenmann am Dienstag sagte.

Über den Fernunterricht sagte sie in dem Interview, manches laufe nicht so, «wie wir uns das wünschen». Der Bund habe nun 500 Millionen Euro zusätzlich angekündigt, um Kindern Laptops zu geben, die sich keinen eigenen leisten könnten. «Andere Kinder haben gar keinen Internetanschluss oder wohnen im Funkloch. Wir haben da Nachholbedarf, das bestreite ich nicht», so die Ministerin. «Auch Lehrer arbeiten zum Teil über Telefon und über die gute alte Post.»

Jakob de Santis

Tübinger Grüne distanzieren sich von Palmer-Aussagen

05:33
29.04.2020
Der Grünen-Kreisverband Tübingen hat sich von Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer über den Schutz älterer Menschen in der Corona-Krise distanziert. „Wir fordern Boris Palmer dringend auf, seine Haltung zu überdenken“, erklärte der Kreisvorstand der Partei am Dienstagabend. Die Würde des Menschen sei unantastbar. Dies gelte für Menschen jeden Alters.

Im Sat.1-Frühstücksfernsehen hatte der Grünen-Politiker Palmer am Dienstag eine Lockerung der Corona-Auflagen gefordert und dabei erklärt: „Ich sag es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Es müsse unterschiedliche Sicherheitsvorkehrungen für Junge und Ältere geben.

Die Äußerungen lösten eine Welle der Empörung aus. Am Abend relativierte Palmer seine Wortwahl. „Niemals würde ich älteren oder kranken Menschen das Recht zu leben absprechen“, sagte er der dpa. Falls er sich „da missverständlich oder forsch ausgedrückt“ habe, tue es ihm leid.

Jakob de Santis