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Freiburg: Patienten sind nicht im kritischen Zustand

19:28
27.02.2020

Die drei Patienten aus Freiburg und dem Freiburger Umland werden auf einer Isolierstation der Uniklinik Freiburg behandelt, so Kliniksprecher Benjamin Waschow am Donnerstagabend. Alle drei hätten lediglich leichte Grippesymptome und seien nicht in einem kritischen Zustand: „Das Universitätsklinikum Freiburg steht im engen Kontakt mit den Gesundheitsbehörden und Ministerien“, so Waschow.

Das Personal sei zudem im Umgang mit Patienten mit übertragbaren Krankheiten sehr gut geschult. „Der genaue Umgang mit Personen, die mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert sind, wurde bereits vor mehreren Wochen detailliert festgelegt“.

Ob der nun aufgetretene Freiburger Fall etwas mit der Schließung eines Biotech-Unternehmens in Freiburg am Donnerstag zu tun habe, könne man derzeit nicht bestätigen, so Pressesprecherin Claudia Krüger vom Sozialministerium in Stuttgart.

Krüger warnte in diesem Zusammenhang vor Corona-Falschmeldungen im Netz, wonach es im Land bereits mehrere Tote durch das neue Virus gegeben habe. An diesen Meldungen sei nichts dran. Es gebe auch keinen Grund für Hamsterkäufe. Bedenklich sei zudem, dass in einem der Fälle Angehörige eines Erkrankten im Land in ihrem sozialen Umfeld massiv „wie Aussätzige“ angegangen worden seien. Hysterie sei fehl am Platz.

Ralf Deckert

So gefährlich ist der Erreger wirklich

17:00
27.02.2020
Auf Facebook finden sich in den Kommentaren immer wieder Bemerkungen wie: "Die Wahrscheinlichkeit, sich an einem verrosteten Nagel draußen mit HIV anzustecken ist größer, als Corona zu bekommen" oder auch: "20.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an der Grippe und über die redet keiner". Dass ersterer Kommentar schlichtweg falsch ist, dürfte offensichtlich sein. Doch auch die Zahl im zweiten Kommentar stimmt nicht. Laut statistischem Bundesamt starben im Jahr 2017 1176 Menschen an der Grippe, diese Anzahl wurde auch innerhalb der vorigen Jahre nicht überstiegen. Für die vergangenen zwei Jahre liegen dem Amt noch nicht vor, doch im Durchschnitt liege die Sterberate bei Influenza bei 0,1 Prozent.

Tatsächlich ist die Sterberate beim Coronavirus derzeit schwer zu bestimmen. 2800 Todesfälle sind laut Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bisher registriert worden. Bisher liege der Anteil der Todesfälle an den labordiagnostisch bestätigten Erkrankungen weltweit bei etwa zwei Prozent, wie das Robert-Koch-Institut bekannt gibt. Dieser Anteil ist sehr viel geringer als bei den verwandten Erkrankungen wie Sars und Mers, aber höher als bei der durchschnittlichen Grippe.

Mehr im Artikel auf unserer Website.

Katja Fuchs

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