Stuttgart - Baden-Württemberg kämpft gegen das Coronavirus. Seit Mittwoch gelten im ganzen Land starke Einschränkungen für das öffentliche Leben. So haben nur bestimmt Geschäfte noch geöffnet, darunter etwa der Lebensmitteleinzelhandel und Apotheken. Ziel ist es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.
Die Krankenhäuser, Klinken und Gesundheitsämter brauchen nach Angaben von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) dringend Verstärkung. Bauer appellierte an Studenten der Medizin, Pflegewissenschaften und verwandter Fachbereiche zu helfen: «Jetzt brennt es.»
Der Handel kritisiert die Handhabung der Coronakrise durch die Landesregierung - die Informationspolitik sei ein Desaster. «Eine solche Desinformation ist eine Katastrophe», teilte Hermann Hutter, Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW), mit. Es sei nicht einmal klar gewesen, wann welche Geschäfte schließen sollten. Die Händler hätten nun den doppelten Schaden: «Zum einen bleiben die Umsatzausfälle bei ihnen hängen, zum anderen konnten sie bei Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten durch die katastrophale Informationspolitik für keinen geordneten Übergang sorgen.»
Mittlerweile sind in Baden-Württemberg sieben Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch den Tod eines über 80 Jahre alten Mannes aus dem Hohenlohekreis mit. Er habe wegen seiner Vorerkrankungen zu den Hochrisikopatienten gezählt. Er sei bereits am Montag im Krankenhaus gestorben. Mit Stand Dienstagabend hatten sich im Südwesten nach Angaben des Ministeriums 1641 Menschen mit dem Virus infiziert.
(dpa/lsw)