Es sei damit zu rechnen, dass es bald auch in Schramberg Fälle des Coronaviruses gebe, prognostiziert Jürgen Winter, Sprecher des Ärzteverbunds Schramberg. "Wir müssen uns so positionieren, dass wir schnell handeln können, wenn es soweit sein sollte", sagt der Allgemeinmediziner.
Die Organisationsstrukturen seien jedenfalls geschaffen. Hierzu zählt Winter vor allem die Labore, die bei unklaren Befunden Ergebnisse binnen eines Tages an die Arztpraxen melden würden. Auch die Arzthelferinnen seien für das Thema sensibilisiert. "Wenn jemand beispielsweise in einem von Corona betroffenen Gebiet in Italien war, würde diese Person nicht ins Wartezimmer gesetzt, sondern in einen separaten Raum", sagt Winter. Denn ansonsten könne die betroffene Person weitere Menschen anstecken – und der Virus könne sich weiter verbreiten.
Besonders tückisch sei die Tatsache, dass der Betroffene manchmal ohne Symptome bleibe und den Erreger weiter trage, ohne das zu wissen. Treten doch Symptome auf, so sind diese mit Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber ähnlich wie bei einer Grippe.
Dass es in Schramberg kein Krankenhaus mehr gibt, ärgere ihn nun einmal mehr. "Ein Krankenhaus vor Ort wäre von Vorteil, wenn es tatsächlich Fälle geben sollte", sagt Winter. Den großen Häusern fehle durch die immer stärkere Spezialisierung der ganzheitliche Blick auf den Patienten. "Das Menschliche geht verloren, da dort andere Schwerpunkte gesetzt werden müssen", so der Arzt. "Auch deswegen bedauere ich es, dass es das Schramberger Krankenhaus nicht mehr gibt", sagt er.
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