In Kenia sind während der ersten zehn Tage einer Corona-Ausgangssperre Menschenrechtlern zufolge mindestens sechs Menschen durch Polizeigewalt getötet worden. Ende März hatte die Regierung eine landesweite Ausgangssperre von abends bis morgens verhängt, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Um diese durchzusetzen, hätten Polizisten Menschen auf Märkten oder auf dem Nachhauseweg zusammengeschlagen und auf sie geschossen, oftmals vor Beginn der Ausgangssperre, "ohne erkennbare Rechtfertigung", teilt Human Rights Watch (HRW) mit. Unter den Todesopfern sei ein 13-Jähriger gewesen. Die Organisation sprach nach eigenen Angaben per Telefon mit 26 Augenzeugen, Verwandten und Opfern der Gewalt.
Die Ausgangssperre sei von Anfang an von der Polizei in einer scheinbar chaotischen und gewalttätigen Art durchgesetzt worden, heißt es. Polizisten brachen demnach in Häuser und Läden ein und erpressten von Anwohnern Geld oder plünderten Essen.