Letztes Update:
20200608123633

10:41
22.04.2020
In Kenia sind während der ersten zehn Tage einer Corona-Ausgangssperre Menschenrechtlern zufolge mindestens sechs Menschen durch Polizeigewalt getötet worden. Ende März hatte die Regierung eine landesweite Ausgangssperre von abends bis morgens verhängt, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Um diese durchzusetzen, hätten Polizisten Menschen auf Märkten oder auf dem Nachhauseweg zusammengeschlagen und auf sie geschossen, oftmals vor Beginn der Ausgangssperre, "ohne erkennbare Rechtfertigung", teilt Human Rights Watch (HRW) mit. Unter den Todesopfern sei ein 13-Jähriger gewesen. Die Organisation sprach nach eigenen Angaben per Telefon mit 26 Augenzeugen, Verwandten und Opfern der Gewalt. 
Die Ausgangssperre sei von Anfang an von der Polizei in einer scheinbar chaotischen und gewalttätigen Art durchgesetzt worden, heißt es. Polizisten brachen demnach in Häuser und Läden ein und erpressten von Anwohnern Geld oder plünderten Essen.

10:38
22.04.2020
Der einstige Corona-Musterschüler Singapur hat erneut einen sprunghaften Anstieg der Virusinfektionen verzeichnet. In dem südostasiatischen Stadtstaat gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch 1016 neue Fälle. Es war der dritte große Anstieg pro Tag in Folge. Damit rangiert das 5,8 Millionen Einwohner zählende Singapur weiter mit 10.141 bestätigten Fällen an der Spitze in Südostasien. Die Todesrate ist im weltweiten Vergleich niedrig: Elf Menschen starben bislang nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 
Die meisten neuen Fälle in Singapur traten dem Gesundheitsministerium zufolge erneut bei den ausländischen Arbeitern auf. Rund 200.000 von ihnen leben laut Schätzungen in Gemeinschaftsunterkünften. Dort ist das Ansteckungsrisiko hoch. 

Foto: Ramiro Agustin Vargas Tabares/ZUMA Wire/dpa