Letztes Update:
20200608123633

06:31
19.04.2020
Die Bundeswehr verschiebt wegen Pandemie ihre Grundausbildung. "Es wäre jetzt zu gefährlich, die Rekruten an unseren Standorten auf engem Raum zusammenzufassen", sagt der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Ulrich Baumgärtner, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Die schriftlich zum 1. April eingestellten Rekruten bleiben unter Auflagen zu Hause und beginnen ihre Grundausbildung frühestens am 1. Juni", erklärt der Generaloberstabsarzt. 
Die Grundausbildung werde vorerst von drei Monaten auf sechs Wochen verkürzt. Teils könnten auch die Wochenenden genutzt werden. Hinzu komme anschließend eine ergänzende Ausbildung. "Die Rekruten, die zum 1. Juli eingezogen würden, wollen wir am 1. August beginnen lassen. Am 1. Oktober würde wieder die normale dreimonatige Grundausbildung starten», so Baumgärtner.

"Herdenimmunität gegen Corona keine taugliche Strategie": Helge Braun. Foto: Oliver Killig/dpa/Archiv

06:08
19.04.2020
Kanzleramtschef Helge Braun hält die Strategie einer "Herdenimmunität" für untauglich. "Um nur die Hälfte der deutschen Bevölkerung in 18 Monaten zu immunisieren, müssten sich jeden Tag 73.000 Menschen mit Corona infizieren", erklärt Braun im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "So hohe Zahlen würde unser Gesundheitssystem nicht verkraften und könnten auch von den Gesundheitsämtern nicht nachverfolgt werden. Die Epidemie würde uns entgleiten."
Mit Herdenimmunität meinen Wissenschaftler die Immunität eines so großen Prozentsatzes der Bevölkerung nach einer Infektionswelle, dass die weitere Ausbreitung der Krankheit zum Erliegen kommt. "Eine Epidemie ist erst zu Ende, wenn ein Anteil von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus ist", so Braun, der selbst Arzt ist. "Die Wissenschaftler nennen das etwas schmeichelhaft Herdenimmunität."