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Eine medizinische Mitarbeiterin erhält im Nightingale-Krankenhaus Nord-West in Manchester eine Schulung über das An- und Ablegen von Schutzkleidung. Foto: Jon Super/AP/dpa

09:45
18.04.2020
In den britischen Kliniken werden Ausrüstungen zum Schutz gegen das Coronavirus bedrohlich knapp. Es wird erwartet, dass noch an diesem Wochenende die für Ärzte und Pfleger empfohlenen langärmeligen, flüssigkeitsabweisenden Einweg-Kittel auf vielen Intensivstationen nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Lagerbestände sind nach offiziellen Angaben aufgebraucht. Daher haben die Behörden auch die Verwendung anderer Kittel erlaubt - ein Schritt, der auf heftige Kritik unter anderem von Gewerkschaften stößt. Sie befürchten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für das Klinikpersonal.
Britischen Medien zufolge sind schon mindestens 50 NHS-Mitarbeiter an den Folgen ihrer Infektion gestorben. Es ist aber nicht eindeutig geklärt, ob sich alle Betroffenen während der Arbeit angesteckt haben. In Großbritannien mangelt es auch an Klinikpersonal, Beatmungsgeräten und Tests. Nach aktuellen Zahlen sind bisher fast 15.000 Menschen gestorben. Nicht eingerechnet sind aber etwa die zahlreichen Opfer in Pflegeheimen. Experten befürchten, dass Großbritannien mit Blick auf die Todesquote das am schlimmsten betroffene Land in Europa werden könnte. 

Eine leere Gasse im Tadschrisch Basar in Teheran. Foto: Farshid-Motahari Bina/dpa