Frankreich zieht wegen der Krise die zeitweise Abschaltung mehrerer Atomreaktoren in Betracht. Der französische Energiekonzern EDF begründet dies mit einem Rückgang des Stromverbrauchs um bis zu 20 Prozent. Grund sei die geringere Wirtschaftsaktivität im Land. Dem Energieriesen zufolge könnte "die Produktion von mehreren Kernreaktoren in diesem Sommer und Herbst ausgesetzt werden, um Brennstoff in diesen Blöcken einzusparen". Um welche Reaktoren es sich handele, teilt der Konzern nicht mit.
Frankreich gilt als "Atomland" und betreibt Dutzende Atomreaktoren, einige von ihnen gelten als störanfällig. Mehr als 70 Prozent der französischen Stromproduktion kommen aus der Kernkraft. Im elsässischen Atomkraftwerk Fessenheim, das seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko gilt, ist im Februar der erste Reaktorblock abgeschaltet worden. Der zweite Block des ältesten noch laufenden Atomkraftwerks in Frankreich soll am 30. Juni vom Netz gehen. EDF gehört mehrheitlich dem französischen Staat.