Nach Ansicht von Günter Wallraff sei das Positive an der Corona-Krise, dass unterbewertete Berufe endlich stärker gewürdigt würden. "Alten- und Krankenpfleger, Paketboten oder Supermarktkassierinnen halten unsere Gesellschaft doch im Innersten zusammen und müssen auf ein ganz anderes Lohnniveau angehoben werden", so der Enthüllungsjournalist im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Verlierer der Krise seien diejenigen, die immer schon am unteren Ende der Gesellschaft gestanden hätten, vor allem die Obdachlosen.
Wallraff sagt, er wundere sich über die Milliardenbeträge, die der Staat jetzt plötzlich investieren könne. "Das ist natürlich auch nötig, nur frage ich mich: Was hätte man mit einem Bruchteil dieser Riesensummen an Armutsbekämpfung leisten können? Stattdessen hieß es sehr oft: "Ja, das wäre natürlich wünschenswert, hier und da etwas zu tun - aber leider ist das Geld dafür nicht da!"