Tausende Nicaraguaner haben die Abstandsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) missachtet und sind zu Ostern in Badeorte gereist oder haben an Festivals teilgenommen. Gut besucht war etwa das "Summer Music Fest 2020" am Sonntag in einem Badeort nahe der Hauptstadt Managua, wie das regierungsnahe Portal "El19Digital" berichtet.
Das kleine Land zwischen Pazifik und Atlantik geht innerhalb Lateinamerikas einen gefährlichen Sonderweg in der Krise. Weder schließt es Schulen, noch schränkt es das öffentliche Leben wesentlich ein. Begründet wird dies damit, dass es in Nicaragua nur neun Infizierte und keine lokale Übertragung gebe. Die Initiative "Observatorio Ciudadano COVID-19 en Nicaragua" hatte indes am Donnerstag von 184 Betroffenen berichtet. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf Nicaragua jüngst vor, mit seinem Verhalten die Gesundheit und das Leben von Menschen in Gefahr zu bringen.