Letztes Update:
20200608123633

17:30
03.04.2020
Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl beklagt, dass Einzelpersonen in der Corona-Krise per Charterflugzeug abgeschoben würden. "Ganze Länder befinden sich seit Wochen im Stillstand. Obwohl es klar sein müsste, dass eine Abschiebung derzeit nicht in Frage kommt, werden trotzdem Menschen in Haft gebracht", kritisiert die Leiterin der Abteilung Rechtspolitik bei Pro Asyl, Bellinda Bartolucci. "Wie stets ist die Bundespolizei bemüht, auch in diesen Zeiten Linienflüge für Rückführungen zu organisieren", sagt eine Sprecherin der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur. "An der üblichen Verfahrensweise, für Rückführungen sowohl Linien- als auch Charterflüge zu buchen, hat sich nichts geändert." 
Nach Angaben von Pro Asyl soll Mitte April eine einzelne Frau vom Münchener Flughafen aus in das westafrikanische Togo abgeschoben werden. Bundesinnenministerium und Bundespolizei äußern sich im Vorfeld nicht zu möglicherweise bevorstehenden Abschiebungen. 

17:19
03.04.2020
Die europäischen Industriegewerkschaften fordern von der EU und ihren Mitgliedsstaaten ein stärkeres gemeinschaftliches Engagement in der Krise. "Das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der europäischen Institutionen schwindet dramatisch, weil es nach wie vor an überzeugenden, gemeinsamen Antworten der Mitgliedsstaaten auf die existenziellen Herausforderung der neuartigen Virus-Pandemie fehlt", schreibt der Präsident des Gewerkschaftsverbands Industriall Europe, Michael Vassiliadis, in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

17:06
03.04.2020
Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven rechnet mit Tausenden Todesfällen in seinem Land. Dass die Pandemie in Schweden langsamer verlaufe als in anderen Ländern, bedeute nicht automatisch, dass es deshalb weniger Schwerkranke oder weniger Tote geben werde, sagt Löfven in einem umfassenden Interview der Zeitung "Dagens Nyheter".
In Schweden verfolge man die Strategie, den Anstieg der Infektionsfälle zu verzögern, um die Gesundheitsdienste nicht zu überlasten, sagte Löfven. "Aber das beinhaltet zugleich, dass wir weitere Schwerkranke haben werden, die Intensivpflege benötigen, wir werden bedeutend mehr Tote haben. Wir werden mit Tausenden Toten rechnen müssen."