Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl beklagt, dass Einzelpersonen in der Corona-Krise per Charterflugzeug abgeschoben würden. "Ganze Länder befinden sich seit Wochen im Stillstand. Obwohl es klar sein müsste, dass eine Abschiebung derzeit nicht in Frage kommt, werden trotzdem Menschen in Haft gebracht", kritisiert die Leiterin der Abteilung Rechtspolitik bei Pro Asyl, Bellinda Bartolucci. "Wie stets ist die Bundespolizei bemüht, auch in diesen Zeiten Linienflüge für Rückführungen zu organisieren", sagt eine Sprecherin der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur. "An der üblichen Verfahrensweise, für Rückführungen sowohl Linien- als auch Charterflüge zu buchen, hat sich nichts geändert."
Nach Angaben von Pro Asyl soll Mitte April eine einzelne Frau vom Münchener Flughafen aus in das westafrikanische Togo abgeschoben werden. Bundesinnenministerium und Bundespolizei äußern sich im Vorfeld nicht zu möglicherweise bevorstehenden Abschiebungen.