Die türkischen Regierungsparteien AKP und MHP ein Gesetz zur vorzeitigen Entlassung von bis zu 90.000 Gefangenen auf den Weg gebracht. Nach Angaben des stellvertretenden AKP-Fraktionsvorsitzenden Cahit Özkan solle die Haftzeit von Risikogruppen in Hausarrest umgewandelt werden. Dazu gehörten Inhaftierte ab 65 Jahren, Frauen mit kleinen Kindern und nachweislich schwer kranke Insassen. Außerdem sollen Inhaftierte im offenen Vollzug ihre Strafe zu Hause absitzen.
Von der Regelung ausgenommen seien unter anderem Gefangene, die wegen Terrorverbrechen einsäßen. Wegen Terrorvorwürfen sitzen in der Türkei auch zahlreiche Regierungskritiker und Journalisten im Gefängnis. "Dieser Gesetzesentwurf ist wie eine Todesstrafe für politische Gefangene", so der Medien- und Menschrechtsanwalt Veysel Ok.