Letztes Update:
20200608123633

09:34
27.04.2020
UPDATE | Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern ist zurückhaltend, was den Erfolg der geplanten Corona-App angeht. "Ich bleibe etwas skeptisch, was sie wird bringen können, weil die Inanspruchnahme so hoch sein muss", so Ardern. Neuseeland soll bald die App zur Kontaktermittlung bei Infektionen bekommen, einen Termin nennt Ardern nicht. In Singapur hätten demnach weniger als 20 Prozent der Menschen die App genutzt. Sie sei kein Ersatz dafür, dass Menschen die Kontakte zwischen jemandem im Medizinbereich und Infizierten ermittelten, meint Ardern. 
In Australien wurde die Warn-App bereits eingeführt. Sie wurde in den ersten Stunden mehr als eine Million Mal heruntergeladen, wie Gesundheitsminister Greg Hunt dem Sender Channel Nine sagt. Die Nutzung ist freiwillig. Die Regierung hatte erklärt, mindestens 40 Prozent müssten die App nutzen und zudem müssten die Corona-Tests umfassender werden, bevor die Beschränkungen weitgehend gelockert würden.

11:26
26.04.2020
UPDATE | Die Grünen begrüßen die Regierungsentscheidung in Sachen Warn-App. Fraktionsvize Konstantin von Notz spricht im "Handelsblatt" von einem "Einlenken in der letzten Kurve".  Die Linke-Netzexpertin Anke Domscheit-Berg sagt, sie sei positiv überrascht. Der Umgang von Spahn mit dem Thema sei "gerade sehr vorbildlich", sagt sie der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). 
FDP-Fraktionsvize Frank Sitta mahnt: "Das Bundesgesundheitsministerium ist nun dringendst aufgefordert, zeitnah das weitere Vorgehen und bestehende Risiken vollumfänglich transparent offenzulegen."  Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Zimmermann, begrüßt es ebenfalls, dass der Gesundheitsminister seine Meinung geändert habe. Zimmermann mahnt zugleich, bei weiteren Entwicklungsschritten dürfe es keine Kompromisse beim Datenschutz geben. 

Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

10:54
26.04.2020
Die Bundesregierung hat eine wichtige Richtungsentscheidung für ihre geplante Corona-Warn-App getroffen. Sie schwenkt auf eine dezentrale Speicherung der Nutzerdaten ein, wie Kanzleramtschef Helge Braun und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) bestätigen. Diese Lösung ist nach Einschätzung von Experten besser für den Datenschutz als ein zentraler Abgleich der Daten. Zudem wird damit der Weg frei, die Apps mit den Smartphone-Systemen von Apple und Google zu verknüpfen. Das dürfte die Apps effizienter und sicherer machen.
Die Corona-Apps sollen helfen, die Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten.