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Johnson will trotz Rekordzahlen ohne neue Einschränkungen auskommen

20:50
04.01.2022
Der britische Premierminister Boris Johnson will trotz einer Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen in England ohne strengere Einschränkungen auskommen. Der konservative Politiker kündigte am Dienstag in London an, an seinem sogenannten Plan B festzuhalten. Dazu gehört eine Maskenpflicht in Innenräumen, die Empfehlung, von zuhause zu arbeiten, und 3-G-Nachweise (also: geimpft, genesen oder getestet) für Clubs und Großveranstaltungen. Der Plan gilt seit mehreren Wochen.

Viele Experten fordern härtere Maßnahmen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, wie sie sich in einigen Kliniken bereits andeutet. Wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen fallen in vielen Krankenhäusern Beschäftigte aus. Am Dienstag wurden in Großbritannien mehr als 218 000 Neuinfektionen gemeldet. Darin sind einige Nachmeldungen der vergangenen Tage enthalten. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - lag zuletzt bei 1597 (Stand: 30. Dezember).

Johnson begründet seine Linie damit, dass mittlerweile erwiesen sei, dass die in England und Schottland vorherrschende Omikron-Variante mildere Verläufe von Covid-19 verursache. Es kämen nicht mehr so viele Infizierte auf Intensivstationen. Neun von zehn Patienten auf den Intensivstationen hätten noch keine Booster-Impfung, hieß es. Johnson rief seine Landsleute erneut auf, sich eine Auffrischimpfung geben zu lassen.

dpa

Städtebund fordert solide Corona-Datenbasis vor Bund-Länder-Runde

20:05
04.01.2022
Vor der Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie hat der Städte- und Gemeindebund vor Entscheidungen auf Basis unvollständiger Zahlen gewarnt. „Wir brauchen so schnell wie möglich eine solide Datengrundlage zum Infektionsgeschehen. Sonst kann die Politik nicht entscheiden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der „Bild“-Zeitung (Dienstag).

Laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Corona-Inzidenz in Deutschland derzeit zwei- bis dreimal so hoch ist wie ausgewiesen. Hintergrund sei, dass über die Feiertage weniger getestet und weniger Testergebnisse weitergemeldet worden. Lauterbachs Sprecher bekräftigte jedoch am Montag, dass es bis Ende der Woche „sehr valide Zahlen“ geben werde. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten wollen an diesem Freitag erneut über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten.

Jan-Felix Jasch