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Kinder bekamen Moderna-Impfstoff: Ermittlungen laufen

10:42
21.12.2021
Nach der Panne um Impfungen jüngerer Kinder mit dem Impfstoff von Moderna im Kreis Olpe ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft. Drei Kindern - sieben, zehn und elf Jahre alt - war im Impfzentrum in Attendorn nach Angaben des Kreises das für ihre Altersgruppe nicht zugelassene Mittel von Moderna gespritzt worden. Eine Polizeisprecherin sagte am Dienstag, nach der Anzeige eines Elternpaares mit zwei betroffenen Kindern habe man die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. Sie richteten sich gegen die Person, die die fehlerhaften Impfungen vorgenommen haben soll. Das Moderna-Mittel Spikevax ist in der EU nur für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen.

Die Fachkraft war laut Kreisverwaltung Olpe nach ihrem „individuellen Versäumnis“ sofort aus dem Impfgeschehen herausgenommen worden. Laut NRW-Gesundheitsministerium hatten die Kinder versehentlich den Booster-Impfstoff von Moderna in halber Dosierung erhalten. Nach bisher vorliegenden Informationen gehe es den betroffenen Kindern gut, es seien keine Nebenwirkungen erkennbar. Eigentlich sollten sie den Kinderimpfstoff von Biontech bekommen.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Siegen sagte auf dpa-Anfrage, es werde zu prüfen sein, ob fahrlässige Körperverletzung vorliege und „wie genau die Verantwortlichkeiten sind“. Es gehe also auch um die Frage, ob ein mögliches Verschulden lediglich bei der impfenden Mitarbeiterin zu sehen sei oder es sich auch um einen „Fall der Organisationsverantwortung“ handele.

Saskia Hassink

Lehrer: Homeschooling und Ferienverlängerung wegen Omikron denkbar

09:43
21.12.2021
Wegen der sich rasch ausbreitenden Coronavirus-Variante Omikron kann sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vorstellen, die Weihnachtsferien zu verlängern oder Homeschooling kurzzeitig wieder einzuführen. „Distanzunterricht für eine begrenzte Zeit nach den Weihnachtsferien kann eine Möglichkeit sein, die Verbreitung der Omikron-Variante zu erschweren“, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern. Dies müsse aber eine Ausnahme bleiben, die allein der aktuellen Situation geschuldet sei, erklärte sie weiter.

Der Präsident des Deutsche Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte: „Wenn die Infektionszahlen aufgrund von Omikron in den Weihnachtsferien massiv nach oben gehen, dürfen Ferienverlängerungen beziehungsweise erneuter Distanzunterricht nicht ausgeschlossen werden.“ Es sei falsch, Schulen bei einem größeren Maßnahmenkatalog komplett auszunehmen, weil dort demnächst eine hochansteckende Virusvariante auf eine Vielzahl von Kontakten treffe.

Finnern und Meidinger forderten beide, dass die Länder hier nicht einzeln vorgehen dürften, sondern dass Maßnahmen bei der bevorstehenden Bund-Länder-Konferenz dazu am Dienstag getroffen werden müssten. „Wir brauchen ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern orientiert an Parametern wie altersabhängiger Inzidenzen und Landesimpfquoten“, sagte Meidinger dem RND. „Aktuell herrscht Chaos und Verwirrung. Manche Bundesländer haben bereits Ferien, manche haben die Präsenzpflicht aufgehoben, andere bleiben beim regulären Ferienbeginn.“

Saskia Hassink