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20211221064452

Frust von Intensivpflegekräften auf Corona-Stationen wächst

06:42
21.12.2021
Nach fast zwei Jahren Pandemie sind viele Intensivpfleger auf den Corona-Stationen am Ende ihrer Kräfte. Vor allem der hohe Anteil an ungeimpften Patienten ist frustrierend, wie Pflegekräfte der Universitätsmedizin Göttingen im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sagten. „Wir kämpfen natürlich für diese Patienten, auch wenn die Impfgegner sind. Das ist mein Job, ich möchte, dass dieser Mensch überlebt“, sagte Lenard Bornemann, Intensivpfleger an der Uniklinik. Und doch würde es das Leben von ihm und seinen Kollegen sehr viel einfacher machen, wenn sich auch die Unschlüssigen impfen ließen.

Aufgrund der langanhaltenden und hohen Belastung kommt es nach Angaben der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft vermehrt zu Kündigungen, Arbeitszeitverkürzungen und internen Stellenwechseln bei den Pflegekräften. Die personelle Situation sei deswegen in fast allen Krankenhäusern in Niedersachsen sehr angespannt. Deutschlandweit hat das nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) dazu geführt, dass in der vierten Corona-Welle 3000 Beatmungsbetten weniger zur Verfügung stehen als vor einem Jahr.

Auch an der Universitätsmedizin in Göttingen verlassen diesen Winter mehrere Pflegekräfte die Intensivstation. Um den Fachkräftemangel auszugleichen, muss Pflegepersonal aus anderen Bereichen abgezogen werden, so Kliniksprecher Stefan Weller. Betten müssten auf diesen Stationen geschlossen werden. Nicht notfallmedizinische Operationen würden deswegen verschoben. „Für alle Beteiligten ist das eine unbefriedigende und belastende Situation“, sagte der Sprecher.

Saskia Hassink

RKI registriert 23.428 Neuinfektionen - Inzidenz sinkt auf 306,4

05:15
21.12.2021
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 306,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der bundesweite Wert bei 316,0 gelegen, vor einer Woche bei 375,0 (Vormonat: 372,7).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 23.428 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.05 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 30.823 Ansteckungen. Die Zahl gemeldeter Infektionen geht seit knapp drei Wochen zurück. Experten befürchten wegen der hochansteckenden und sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante aber eine baldige Trendumkehr.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 462 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 473 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.833.050 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 4,73 (Freitag: 5,10) an. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 5.866.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 108.814.

Saskia Hassink