Rund 1900 Menschen haben nach Polizeiangaben in Schwerin gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Sie zogen am Samstag friedlich durch die Innenstadt. Es waren mehr Demonstranten als die Anmelder erwartet hatten. Die Veranstalter sprachen von 2300 Teilnehmern. Auf Plakaten hieß es: „Stopp den Impfwahnsinn“ oder „An Kanzler Scholz: Wir sind die rote Linie“. Die Parole spielte auf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an, der in seiner ersten Regierungserklärung gesagt hatte, für die Eindämmung des Pandemie gebe es „keine rote Linien“. Unter den Demonstranten waren nach Angaben der Polizeisprecherin viele Familien mit Kindern.
Die Stadt Schwerin hatte den Veranstaltern zur Auflage gemacht, für die Einhaltung von Abständen zu sorgen. Außerdem wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach Angaben der Polizeisprecherin „dringend empfohlen“, Schutzmasken zu tragen. An einer Gegenkundgebung nahmen der Sprecherin zufolge rund 40 Menschen aus dem linken Spektrum teil. Sie hätten sich anschließend zu einer weiteren spontanen Kundgebung in der Nähe der Impfgegner getroffen und Antifa-Parolen gerufen.
Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hatte am Freitag zu Friedlichkeit bei Demonstrationen aufgerufen. Persönliche Bedrohungsszenarien oder Angriffe physischer oder psychischer Art seien inakzeptabel und illegitim, hieß es in dem Parlamentsbeschluss, der ohne Gegenstimmen gefasst wurde. Am 6. Dezember hatte sich ein unangemeldeter Demonstrationszug auf das Wohnhaus von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zubewegt. Die Polizei konnte ihn kurz vorher wegleiten.
Schwesig twitterte am Samstag ihre „Antwort auf #Coronaleugner & Impfgegner“ und warb darin für die Corona-Impfungen. „Es ist der einzige Weg aus der #CoronaPandemie!“, schrieb die Regierungschefin. Angesichts der ersten Infektionen mit der Omikron-Mutante im Land schloss Schwesig eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht aus: „Auch wenn Infektionszahlen gerade leicht sinken, droht eine fünfte Welle mit #Omikron. Deshalb können wir nicht Maßnahmen lockern. Wir müssen uns mit Boostern schützen und damit rechnen, dass es zu weiteren Einschränkungen kommt.“