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Klinikverband: Beschränkungen für Ungeimpfte nötig, kein Lockdown

07:12
13.12.2021
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hält ein völliges Herunterfahren des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens vorerst nicht für nötig, um eine Überlastung der Kliniken in der Corona-Pandemie zu verhindern. „Ein Lockdown für alle ist in der jetzigen Situation zumindest aus unsere Sicht nicht erforderlich, aber konsequente Kontaktbeschränkungen insbesondere für die Ungeimpften“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Das hat auch nichts mit Schikane zu tun, sondern es geht wirklich darum, Vorsorge zu treffen, und deswegen ist das richtig.“

Die bereits beschlossene Impfpflicht für Personal in Kliniken und Pflegeheimen hält Gaß für eher unproblematisch. Die Impfquote in den Krankenhäusern sei mit über 90 Prozent sehr hoch, sagte er. Man sei zuversichtlich, dass die anderen durch Aufklärung noch zu überzeugen seien. „Wir hoffen, dass es nur sehr wenige sind, die am Ende sich wirklich nachhaltig verweigern und die wir dann in letzter Konsequenz vielleicht auch verlieren werden.“ Neues Personal sei dann aber nicht so schnell zu rekrutieren, weil Intensiv-Pflegekräfte eine zweijährige Weiterbildung durchlaufen müssten.

Die Notwendigkeit einer derzeit politisch erst angestrebten allgemeinen Impfpflicht machte Gaß von der Entwicklung des Virus abhängig. „Die allgemeine Impflicht wäre eine logische Konsequenz aus unserer Sicht, wenn sich tatsächlich zeigt, dass (die Virus-Variante) Omikron so ansteckend ist, dann brauchen wir eben eine noch viel höhere Impfquote, als wir sie ganz am Anfang für (die Variante) Alpha prognostiziert haben.“

Saskia Hassink

DRK: Eingebrochene Bereitschaft zur Blutspende sorgt für Engpässe

06:06
13.12.2021
Eine sinkende Bereitschaft für Blutspenden führt nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes erneut zu einem Engpass in Niedersachsen. „Die herausragende Spendebereitschaft in der Pandemie ist stark eingebrochen und wir konnten die Klinikanfragen nicht bedienen“, sagte der Sprecher des regionalen Blutspendedienstes des DRK, Markus Baulke. Dabei liege der Klinikbedarf in dem Versorgungsgebiet seit Beginn des Jahres teilweise bis zu 20 Prozent über der Zeit vor Corona.

„Mit Zunahme der Inzidenzzahlen im Oktober ist das Spendeaufkommen erneut massiv zurückgegangen“, sagte Baulke zur Begründung. Ihm zufolge fehlten in Niedersachsen und Bremen im Oktober und November zusammen mehr als 11.000 Spenden. Trotz stabiler Terminangebote kamen demnach im Schnitt 16 Prozent weniger Spenderinnen und Spender als im Vorjahreszeitraum.

Ein Problem sei die eingeschränkte Lagerfähigkeit der Präparate. Akuter Mehrbedarf in Kliniken oder Rückgänge im Spendeaufkommen könnten daher nicht kompensiert werden. „Die Folge sind Engpässe in der Versorgung“, sagte Baulke. Zur sicheren Versorgung der Kliniken über alle Blutgruppen würde ein Lagerbestand von mindestens 10.000 Blutpräparaten benötigt, aktuell gebe es mit 5400 nur etwas mehr als Hälfte.

Saskia Hassink