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20211208094628

Labortests: Impfstoffe erzeugen schwächere Immunantwort gegen Omikron

09:23
08.12.2021
Erste Labor-Untersuchungen zur Wirkung von Corona-Impfstoffen gegen Omikron deuten auf eine schwächere Abwehrreaktion gegen die neue Variante hin. Die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt veröffentlichte am Mittwoch erste Ergebnisse auf Twitter, die eine deutlich reduzierte Antikörper-Antwort auf die neue Variante zeigen. „Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist“, schrieb Ciesek dazu. Bereits am Vortag hatten südafrikanische Experten ähnliche Daten vorgelegt, wonach die Antikörperantwort bei Geimpften gegen Omikron schwächer ausfällt.

Ciesek wies aber auch daraufhin, dass aus ihrer Auswertung nicht herauszulesen ist, ob Geimpfte bei Omikron vor einem schweren Verlauf geschützt sind. Denn die Immunantwort beruht nicht nur auf Antikörpern, sondern beispielsweise auch auf T-Zellen. Um die Wirkung eines Impfstoff gegen eine bestimmte Variante von Sars-CoV-2 zu untersuchen, machen Forscher in der Regel sogenannte Neutralisationstests. Es wird geschaut, wie viele Antikörper ein Geimpfter im Blut hat, die an die Virusvariante binnen können und sie damit ausschalten. Der tatsächliche Schutz von Geimpften kann damit aber nicht bestimmt werden, dafür braucht es klinische Studien mit Tausenden Probanden oder Auswertungen des laufenden Infektionsgeschehens.

Den Angaben von Ciesek zufolge ist die Antikörperantwort gegen Omikron drastisch reduziert im Vergleich zur Delta-Variante - auch bei Menschen mit Auffrischimpfung gibt es eine Reduktion. Die Daten sind bislang nicht von Fachkollegen begutachtet und nicht in einem Fachmagazin veröffentlicht.

Forscher des Africa Health Research Institute in Südafrika hatten am Dienstag vorläufige Daten zur Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Vakzins gegen Omikron veröffentlicht. Die Ergebnisse legen einer Mitteilung zufolge nahe, dass die Virusvariante der Antikörperantwort von zweifach Geimpften entkommt. Bei Geimpften, die zusätzlich infiziert waren, war demnach aber eine beträchtliche Antikörperantwort messbar. Auch diese Ergebnisse sind noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

Denise Frommeyer

Kritik in Umfrage an Gesundheitsämtern und Behördendeutsch

09:07
08.12.2021
Auch in der Corona-Pandemie sind die Bundesbürger einer Umfrage zufolge mehrheitlich mit den Dienstleistungen von Behörden zufrieden. Unterdurchschnittliche Bewertungen erhielten allerdings die Gesundheitsämter, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Auch unverständliches Behördendeutsch sorgte für Kritik. Die Umfrage erfolgte von Februar bis Mai 2021 unter rund 6000 Bürgerinnen und Bürgern im Auftrag der Bundesregierung.

Die Befragung erfolgt alle zwei Jahre, dabei werden auf einer Skala von minus 2 (sehr unzufrieden) bis plus 2 (sehr zufrieden) Behördenkontakte in unterschiedlichen Lebenslagen wie Heirat, Immobilienerwerb oder Arbeitslosigkeit bewertet. Die Gesamtzufriedenheit erzielte den Wert 1,1 und lag damit leicht unter dem Wert von 2019 mit 1,2, wie das Bundesamt erklärte. Insgesamt gaben 83 Prozent der Bürger an, eher oder sehr zufrieden zu sein.

Unterdurchschnittlich waren die Ergebnisse bei Kontakten mit den Gesundheitsämtern im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit 0,8. Den gleichen Wert erhielten Behörden bei Scheidungen oder Aufhebungen von Lebenspartnerschaften. Am schlechtesten schnitten die Behörden mit 0,7 im Fall finanzieller Probleme wie Überschuldung ab. Den höchsten Wert erreichte mit 1,5 die Beantragung von Ausweisdokumenten.

In Sachen Verständlichkeit gibt es der Umfrage zufolge Nachholbedarf, vor allem bei Rechtstexten (0,4). Bei Formularen und Anträgen wurde die Verständlichkeit mit 0,8 bewertet, offizielle Schreiben erhielten den Wert 0,9. Der Anteil der Bürgerinnen und Bürger, der online mit Behörden kommuniziert, stieg den Angaben zufolge von 27 auf 41 Prozent. Die Zufriedenheit mit den Online-Angeboten stagniert allerdings mit 0,5 auf unterdurchschnittlichen Niveau, wie das Bundesamt berichtete.

Saskia Hassink