Das Gastgewerbe und Friseure in Niedersachsen hoffen auf die angekündigten Entschärfungen bei den Corona-Regeln. Die geplante Erleichterung bei der 2G-plus-Regel bietet dem Gastgewerbe laut dem Branchenverband Dehoga doch noch eine Chance auf ein Weihnachts- und Silvestergeschäft. „Das jetzt wieder aufzubauen, ist die hohe Kunst“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Niedersachsen, Rainer Balke, der Deutschen Presse-Agentur. Eigentlich seien viele Essen und Weihnachtsfeiern wegen der verschärften Pandemie-Maßnahmen seit November abgesagt worden. Der Entwurf der neuen Corona-Verordnung biete Betrieben nun die Möglichkeit, dieses Geschäft zumindest in Teilen wieder reinzuholen, sagte Balke.
Nach Plänen der Landesregierung sollen etwa Gastronomen und Hoteliers bei der 2G-plus-Regel die Möglichkeit erhalten, auf die zusätzlichen Tests für Geimpfte und Genesene zu verzichten. Dies soll greifen, wenn sie nur 70 Prozent der Kapazitäten in ihren Betrieben nutzen, beziehungsweise bei einem kleinen Betrieb nur ein Kunde und ein Mitarbeiter zusammenkommen. Wer bereits seine Auffrischungsimpfung bekommen hat, muss sich bereits seit Samstag keinen Test mehr vorweisen. Das sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 17 Prozent der Bevölkerung im Bundesland.
„Das ist eine Option“, sagte Balke. Jeder Betrieb könne auch weiterhin mit Tests nach 2G plus arbeiten und seinen Betrieb voll auslasten. Viele Gastronomen hätten wegen fehlender Mitarbeiter und für mehr Sicherheit ihre Restaurants und Cafés aber bereits ohnehin zuletzt mit geringerer Auslastung betrieben. „Insofern ist der Schritt, jetzt auf 70 Prozent zu gehen, bei vielen Gastronomen gar nicht so gewaltig“, sagte Balke. Noch sei nicht abzusehen, für welche Option sich die Betriebe mehrheitlich entscheiden.
Die geplante Erleichterung bei der 2G-plus-Regel verschafft auch den Friseuren Luft. „Wenn sich die Betriebe aussuchen können, ob sie mit 2G oder mit 2G plus fahren, dann ist das schon eine Erleichterung“, sagte die Landesinnungsmeisterin des niedersächsischen Friseurhandwerks, Manuela Härtelt-Dören, der dpa. Diese Änderung sei ein „gutes Zeichen“.