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Warenhauskonzern Galeria beantragt weitere Staatshilfen

15:38
07.12.2021
Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat weitere Staatshilfen beantragt, um die Corona-Krise bewältigen zu können. Galeria-Finanzvorstand Guido Mager sagte in einem am Dienstag veröffentlichen Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der Antrag auf weitere Millionen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesregierung sei am Wochenende gestellt worden. „Wir erwarten eine wohlwollende Entscheidung noch in diesem Kalenderjahr.“

Wie viel Geld der Handelsriese am Ende benötigen wird, steht nach Aussagen von Mager noch nicht fest. „Die aktuellen Pandemieszenarien reichen bis zu einem Betrag von 220 Millionen Euro. Hoffentlich brauchen wir diese Summe nicht“, sagte er. Alles hänge davon ab, wie die Entwicklung in den nächsten Monaten weitergehe.

Galeria hatte bereits Anfang dieses Jahres ein Darlehen über 460 Millionen Euro vom WSF erhalten, um die Liquidität in der Pandemie zu sichern. Man sei danach auf einem sehr guten Weg gewesen und habe sogar im ersten Halbjahr 2500 neue Mitarbeiter eingestellt, sagte Mager. Aber die hohen Infektionszahlen, 3G im Nahverkehr, 2G im Einzelhandel, die Absage von Weihnachtsmärkten und verkaufsoffenen Sonntagen hätten dann zu einem starken Rückgang der Besucherzahlen in den Innenstädte geführt.

„Das kommt einem Quasi-Lockdown mitten im Weihnachtsgeschäft gleich“, sagte er. Der Konzern rechne nun im Dezember mit einem Umsatzrückgang um 40 Prozent. Galeria habe aufgrund dieser neuerlichen Pandemiefolgen den Wirtschaftsstabilisierungsfonds um ein ergänzendes, verzinstes Darlehen gebeten. Diese Möglichkeit dazu sei schon im ersten Vertrag im Falle weiterer Pandemiewellen vorgesehen gewesen.

Denise Frommeyer

Corona-Impfung für Fünf- bis Elfjährige in Spanien und Portugal zugelassen

15:15
07.12.2021
In Spanien und Portugal haben die zuständigen Behörden die Impfung von Fünf- bis Elfjährigen gegen Covid-19 genehmigt. Das teilten am Dienstag die Gesundheitsministerien in Madrid und Lissabon mit. Damit können beide Länder ihre im europäischen Vergleich sehr guten Impfquoten weiter erhöhen. Die europäische Arzneimittelbehörde Ema hatte Ende November grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren in Europa gegeben.

Spanien hat derzeit eine Impfquote von circa 80 Prozent. Knapp 90 Prozent aller Bürger, die älter als zwölf sind, sind in dem Land bereits vollständig geimpft. Nach Medienschätzungen können dort nun nach der jüngsten Entscheidung auch rund drei Millionen Kinder geimpft werden. Portugal hat sogar eine Impfquote von circa 88 Prozent. Die Behörden teilten in Lissabon mit, nun dürfe man auch knapp 638 000 Kindern die Corona-Impfung verabreichen.

Ungeachtet der hohen Impfquoten wird auch in Spanien und Portugal schon sei einigen Wochen ein Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz verzeichnet. Vom 2021er-Tiefstwert von etwa 18 Mitte Oktober kletterte der Wert in Spanien zuletzt auf 139. In Portugal stieg die Inzidenz derweil von circa 100 Mitte November auf nun 228. Damit stehen beide aber immer noch deutlich besser da als viele andere Länder Europas. In Deutschland lag die Inzidenz am Dienstag bei 432.

Denise Frommeyer

„Wir lieben Impfen“: Wirtschaft startet Social-Media-Offensive

15:03
07.12.2021
Mehr als 150 bekannte Unternehmen und Marken haben am Dienstag in Deutschland eine großangelegte Social-Media-Kampagne gestartet, um angesichts der hohen Corona-Inzidenzzahlen zum Impfen aufzurufen. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lobte die Initiative der Mitteilung zufolge als ein „herausragendes Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung und Eigeninitiative“.

Mit dabei ist fast alles, was in der deutschen Wirtschaft Rang und Namen hat: Unter anderem BMW, Mercedes-Benz, Edeka, Lidl, Henkel, die Sparkasse und die Volksbanken, aber auch Burger King und McDonald's. Um die Menschen für das Impfen zu gewinnen, setzen die Unternehmen vielfach ihre bekannten Markenslogans ein - in abgewandelter, zugespitzter Form. So wirbt Lidl mit dem Slogan: „Impfen lohnt sich“, Edeka mit „Wir lieben Impfen“ und Persil mit „Impfen: Da weiß man, was man hat“.

Der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf lobte das Werbekonzept: „Die Idee ist gut. Das erreicht die Leute mehr als all die medizinischen Informationen über Impfquoten und die Wirksamkeit des Boosterns“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. In den sozialen Medien war die Reaktion geteilt. Neben viel Lob, gab es auch Boykottankündigungen von Impfgegnern gegen die beteiligten Unternehmen.

Zuvor hatte auch schon der deutsche Einzelhandel eine Impfkampagne unter dem Motto „Leben statt Lockdown. Lass dich impfen“ gestartet. Bisher wurden nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) mehr als 250.000 Impfdosen auf Parkplätzen vor Geschäften oder in Einkaufszentren verimpft. Auch am vergangen Wochenende fanden laut HDE in zahlreichen Einkaufszentren in Deutschland Impfaktionen statt.

Denise Frommeyer