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Theater fürchten bei Corona-Regel 2G plus um ihre Zuschauer

12:02
28.11.2021
Die Theater in Niedersachsen und Bremen wollen trotz immer strengerer Corona-Auflagen so lange wie möglich weiterspielen. Mit der derzeit geltenden 2G-Regel - die Zuschauer müssen geimpft oder genesen sein - komme man gut zurecht, sagten Theatermacher auf Anfrage. Schwieriger werde es, wenn 2G plus kommen sollte: Für die Zuschauer werde der Aufwand hoch, sich für einen Theaterabend zusätzlich noch einen aktuellen negativen Test zu besorgen. „Die Nachfrage wird geringer werden“, sagte Sprecher Nils Wendtland vom Schauspiel Hannover.

Im Bremer Theater sei das Publikum fast zu 100 Prozent geimpft, sagte Sprecherin Diana König. Die 2G-Kontrolle von Ticket, Impfstatus und Ausweis habe sich eingespielt. „Wir freuen uns darüber, dass das Publikum das so wohlgesonnen mitmacht.“ Intendant Michael Börgerding rechnet nicht damit, dass auf den Bühnen wie im vergangenen Winter wieder ganz der Vorhang fällt. „Wir sind verhalten optimistisch und glauben, dass wir keinen weiteren Lockdown erleben werden.“

Auch in Hannover solle möglichst weitergespielt werden, sagt Wendtlandt. Eine Schließung mit geplatzten Spielplänen und Premieren würde einen Dominoeffekt bis in die nächste Spielzeit auslösen.

Schwieriger als an den großen städtischen Bühnen ist die Lage in kleineren Städten, die Gastspiele für ihre Theater buchen. Die rasch wechselnden Verordnungen machten eine Planung so gut wie unmöglich, sagte Dorothee Starke. Die Leiterin des Kulturamts von Bremerhaven ist zugleich Präsidentin der Interessengemeinschaft von Städten mit Theatergastspielen (Inthega).

Solche Bühnen seien noch stärker als die Stadttheater auf Einnahmen aus dem Kartenverkauf angewiesen, sagte Starke. Derzeit seien die Einbußen hoch. An solchen Häusern seien gerade die Weihnachtsmärchen „eine rechnerische Größe im Haushalt“. Die Schulen seien in der Pandemie aber zurückhaltend. Es sei auch ein Verlust an kultureller Bildung in der Fläche, wenn gerade Weihnachtsmärchen nicht stattfinden könnten. Sie seien oft der erste Kontakt für Kinder mit dem Theater.

dpa

Zwei Corona-Intensivpatienten aus Sachsen sind in Bremen angekommen

11:34
28.11.2021
Auch Bremen hat inzwischen schwer erkrankte Corona-Patienten aus einem anderen Bundesland aufgenommen. Wie der Sprecher des Gesundheitsressorts mitteilte, wurden in der Nacht zu Sonntag die ersten Intensivpatienten aus Sachsen ins kleinste Bundesland gebracht. Die Verlegung erfolgte demnach per Flugzeug vom Flughafen Dresden nach Bremen. „Anschließend wurden die beiden per Intensivtransport nach Bremerhaven gebracht und werden jetzt in den Kliniken Reinkenheide und am Bürgerpark behandelt“, hieß es in der Mitteilung. Demnach wurden für Sonntag zwei weitere Intensivpatienten erwartet, die im St. Josef Stift und im Klinikum Bremen-Ost aufgenommen werden sollen.

„Die Situation in den Krankenhäusern in weiten Teilen Deutschlands ist inzwischen extrem zugespitzt“, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). „Da ist es ein Akt der Solidarität, dass wir im Land Bremen Kapazitäten zur Behandlung zur Verfügung stellen.“ Insgesamt habe das Land Bremen aktuell fünf freie Intensivplätze zur überregionalen Verlegung gemeldet.

Niedersachsen hat seit Donnerstagabend mehrere Intensivpatienten mit Covid-19 aus anderen Bundesländern aufgenommen. Bislang waren Transporte aus Thüringen und Sachsen geplant. Die Verlegung erfolgt auf Grundlage des sogenannten Kleeblatt-Konzepts. Niedersachsen bildet gemeinsam mit Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern das Kleeblatt Nord, um sich bei Engpässen unter den Bundesländern gegenseitig zu helfen.

dpa