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Lübecker Infektiologe Rupp empfiehlt 2G in Innenräumen

17:56
11.11.2021
Der Lübecker Infektiologe Jan Rupp von der Uniklinik Schleswig-Holstein (UKSH) hat sich für eine Verschärfung der Corona-Regeln ausgesprochen und eine generelle 2G-Vorgabe für Innenräume empfohlen. Das erhöhe den Druck auf die Ungeimpften, sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie am Campus Lübeck den „Kieler Nachrichten“. „Denn aus infektiologischer Sicht würden sicher viele noch einmal darüber nachdenken und der Impfung etwas abgewinnen. Und wenn es nur aus Pragmatismus ist.“

Um gut über den Winter zu kommen, sei es auch noch nicht zu spät für eine Impfung. „Schon die erste Impfung gibt einen partiellen Schutz, der ohne zweite Spritze aber schnell wieder verloren gehen würde. Je mehr Menschen schon einmal Antikörper haben, desto langsamer die Infektionsdynamik.“ Der Schutz sei zwar noch nicht so gut wie nach der zweiten Impfung, „das ist aber kein Argument, erst gar nicht mit der Impfserie zu beginnen“.

Aus Sicht von Rupp sind Tests und 3G - also genesen, getestet, geimpft - nicht die richtige Lösung. „Das Problem mit den Tests ist, dass wir das Übel dokumentieren, wir lösen es damit aber nicht. Dadurch ist nicht eine einzige Person zusätzlich geschützt.“ Der Druck ist seiner Meinung nach nötig, weil nicht noch mehr Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen der Kliniken liegen sollten. „Wenn ich mir anschaue, dass auf den Stationen inzwischen eher jüngere Patienten liegen, die wir so im vorigen Jahr nicht hatten, frage ich mich schon, was da momentan schiefläuft.“

Saskia Hassink