Der frühere US-Präsident Barack Obama hat an die Jugend appelliert, die Politik beim Klimaschutz unter Druck zu setzen. „Ich will, dass ihr wütend bleibt! Ich will, dass ihr frustriert bleibt!“, sagte der 60-Jährige am Montag auf der Weltklimakonferenz in Glasgow. Er lobte insbesondere die Klimaschutzbewegung Fridays for Future und auch deren deutsche Aktivistin Luisa Neubauer, die 2019 erfolgreich 270 000 Menschen in Berlin auf die Straße gebracht hätten. Neubauer habe bewiesen, wie man Angst in praktisches Handeln übersetzen könne.
Obama rief junge Leute auch auf, bei Wahlen für den Klimaschutz abzustimmen. „Wählt, als ob euer Leben davon abhängt - denn das tut es“, sagte er. Er wisse aus eigener Erfahrung: Regierungen brauchten den Druck der Bürger. Nur auf Proteste zu setzen, reiche nicht. „Denkt nicht, dass ihr die Politik ignorieren könnt“, warnte der Ex-Präsident.
Auch als Verbraucher habe die Jugend riesige Macht, sagte Obama. Firmen könnten über Kaufentscheidungen dazu gebracht werden, klimafreundlich zu wirtschaften. „Nebenbei“ komme als Aufgabe hinzu, Eltern, Großeltern und andere Vertreter der älteren Generation von der Bedeutung des Klimaschutzes zu überzeugen. „Sie hören euch mehr zu, als ihr denkt“, sagte er.