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Spahn weiter für Auffrischungsimpfungen auf breiterer Front

21:05
02.11.2021
Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt weiter auf Auffrischungsimpfungen auf möglichst breiter Front zum Schutz vor dem Coronavirus im Winter. Darüber sollten die Länder nun alle Über-60-Jährigen informieren, heißt es in einem Beschlussentwurf des Bundes für die Gesundheitsministerkonferenz mit den Ländern Ende der Woche. Ergänzend könnten Auffrischungsimpfungen auch „grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen“.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt solche Verstärker („Booster“) für länger zurückliegende Impfungen vorerst in engerem Rahmen - unter anderem für Menschen ab 70 und Risikogruppen. Spahn bekräftigt laut den Beschlussvorschlägen nun außerdem, dass auch die Länder ihre regionalen Impfzentren aus dem Stand-by-Modus „wieder aktivieren und dort Auffrischungsimpfungen anbieten“ sollen.

Pflegeeinrichtungen sollen nach den Vorschlägen des Bundes zu Testkonzepten für den Herbst und Winter verpflichtet werden. Diese sollten „unabhängig vom Impfstatus mindestens zweimal wöchentlich obligatorische Tests für das Personal vorsehen“, heißt es in dem Entwurf, der auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Alle Besucher von Pflegeheimen sollten ebenfalls ein frisches negatives Testergebnis vorweisen müssen - alternativ sollen die Einrichtungen Schnelltests anbieten müssen. Die Länder könnten für Besucher auch Zugang nur für Geimpfte oder Genesene (2G) vorsehen.

Saskia Hassink

KVN: Bisher 111.000 Auffrischungs-Impfungen in Arztpraxen im Land

19:41
02.11.2021
Seit Ende August haben 111.000 Menschen in niedersächsischen Arztpraxen eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten. Unter ihnen seien 83.000 über 60-Jährige, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) am Dienstag mit. Der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch rief dazu auf, sich erst mit dem Wunsch nach einem Impftermin an die Arztpraxen zu wenden, wenn man tatsächlich an der Reihe sei. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Auffrischungsimpfung allen über 70-Jährigen und Vorerkrankten - allerdings frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung. Ein zeitlicher Verzug sei unkritisch, sagte Barjenbruch. „Der Impfschutz verfällt nicht plötzlich.“

Die niedersächsischen Hausärzte hatten am Montag kritisiert, dass im Moment zwischen Bestellung und Lieferung der Corona-Impfstoffe 14 Tage liegen. Wenn die Nachfrage wegen der Booster-Impfungen steige, führe dies teilweise zu sehr hohem Beratungsbedarf in den Praxen.

Nach Berechnungen der KVN haben aktuell insgesamt 113.000 Bürgerinnen und Bürger landesweit Anspruch auf eine Drittimpfung. Weitere 129.000 kommen demnach im November hinzu. Die Kassenärzte kritisierten zudem Forderungen nach Wiederöffnung der Impfzentren sowie Politiker-Äußerungen, dass die dritte Corona-Spritze grundsätzlich für jeden möglich sei. „Damit werden Erwartungen geschürt, die so nicht umgesetzt werden können“, sagte Barjenbruch.

Saskia Hassink