Die Corona-Lage in Niedersachsen hat sich weiter verschlechtert. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz stieg am Samstag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes auf 3,6 Neuaufnahmen von Covid-19-Kranken in Kliniken pro 100.000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage. Am Vortag hatte der Wert noch bei 3,3 gelegen. Für Gesundheitsbehörden und Kommunen in Niedersachsen ist dies der wichtigste Indikator zur Bewertung der Pandemielage.
Die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner stieg nach Angaben des Robert-Koch-Instituts weiter leicht auf 75,4 - nach 73,4 am Freitag. Fünf weitere Covid-19-Todesfälle kamen hinzu, die Gesamtzahl stieg damit auf 6082. Am höchsten blieb die Inzidenz mit 269,4 im Landkreis Cloppenburg.
„Wenn die Zahlen jetzt weiter so steigen - und das tun sie ja gerade ständig -, dann wird das Regime immer strenger werden“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen laut „Hannoverscher Allgemeiner Zeitung“ am Freitag in Hannover. Sie betonte, dass die bisherige Corona-Verordnung des Landes weitere Maßnahmen bereits möglich mache. „Wir müssen natürlich prüfen, ob man das gegebenenfalls noch weiter verschärfen muss.“
Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser waren am Samstag 4,7 Prozent der zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt. Dieser Wert hatte am Freitag noch bei 4,6 gelegen. Eine Corona-Warnstufe wird in Niedersachsen erreicht, wenn der Hospitalisierungswert (Krankenhausaufnahmen) und mindestens eine der beiden anderen Maßzahlen (Neuinfizierte, Intensivbetten) die in der Verordnung definierten Schwellenwerte überschreiten. So muss beim Leitindikator Hospitalisierung der Wert sechs überschritten werden, damit möglicherweise Warnstufe eins ausgerufen werden kann. Die Warnstufen werden teils vom Land, teils von den Kreisen beziehungsweise kreisfreien Städten ausgerufen. Voraussetzung dafür ist, dass die jeweiligen Werte die Schwellen fünf Tage hintereinander übersteigen.