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Corona-Lage in Niedersachsen weiter verschlechtert

13:10
30.10.2021
Die Corona-Lage in Niedersachsen hat sich weiter verschlechtert. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz stieg am Samstag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes auf 3,6 Neuaufnahmen von Covid-19-Kranken in Kliniken pro 100.000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage. Am Vortag hatte der Wert noch bei 3,3 gelegen. Für Gesundheitsbehörden und Kommunen in Niedersachsen ist dies der wichtigste Indikator zur Bewertung der Pandemielage.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner stieg nach Angaben des Robert-Koch-Instituts weiter leicht auf 75,4 - nach 73,4 am Freitag. Fünf weitere Covid-19-Todesfälle kamen hinzu, die Gesamtzahl stieg damit auf 6082. Am höchsten blieb die Inzidenz mit 269,4 im Landkreis Cloppenburg.

„Wenn die Zahlen jetzt weiter so steigen - und das tun sie ja gerade ständig -, dann wird das Regime immer strenger werden“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen laut „Hannoverscher Allgemeiner Zeitung“ am Freitag in Hannover. Sie betonte, dass die bisherige Corona-Verordnung des Landes weitere Maßnahmen bereits möglich mache. „Wir müssen natürlich prüfen, ob man das gegebenenfalls noch weiter verschärfen muss.“

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser waren am Samstag 4,7 Prozent der zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt. Dieser Wert hatte am Freitag noch bei 4,6 gelegen. Eine Corona-Warnstufe wird in Niedersachsen erreicht, wenn der Hospitalisierungswert (Krankenhausaufnahmen) und mindestens eine der beiden anderen Maßzahlen (Neuinfizierte, Intensivbetten) die in der Verordnung definierten Schwellenwerte überschreiten. So muss beim Leitindikator Hospitalisierung der Wert sechs überschritten werden, damit möglicherweise Warnstufe eins ausgerufen werden kann. Die Warnstufen werden teils vom Land, teils von den Kreisen beziehungsweise kreisfreien Städten ausgerufen. Voraussetzung dafür ist, dass die jeweiligen Werte die Schwellen fünf Tage hintereinander übersteigen.

Saskia Hassink

Ministerium: Alle haben grundsätzlich Anspruch auf Corona-Booster

11:46
30.10.2021
Alle Bürger haben grundsätzlich Anspruch auf eine Corona-Auffrischungsimpfung. Darauf hat das Gesundheitsministerium am Samstag noch einmal per Twitter hingewiesen. Es bezog sich dabei auf die Impfverordnung. Für einige Personengruppen seien die Auffrischungsimpfungen (Booster-Impfungen) aber besonders sinnvoll. Das Ministerium verwies dabei auf seine Seite im Internet, auf der diese Personengruppen aufgelistet sind. Dazu zählen zum Beispiel Menschen mit einer Immunschwäche und Menschen ab 60 Jahren - „nach individueller Abwägung und ärztlicher Beratung“, wie es dort heißt.

Zuvor hatten Ärztevertreter Kritik an Spahn geübt. „Wir sind verärgert, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Erwartungen schürt, Booster-Impfungen seien für alle möglich“, sagte das Vorstandsmitglied des Hausärzteverbands, Armin Beck. „Die Hausärzte folgen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission, und diese empfiehlt aktuell Drittimpfungen nur für über 70-Jährige und wenige andere Gruppen.“ Durch Spahns Äußerungen werde nun aber der Aufklärungs- und Diskussionsbedarf in den Praxen größer. Wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung ausweite, würden die Hausärzte auch diese Personengruppen impfen, kündigte er an.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt sagte: „Für die Notwendigkeit von Auffrisch-Impfungen für Menschen jeglichen Alters gibt es bisher keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz.“ SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte am Samstag via Twitter, man brauche jetzt eine klare Kampagne zur Booster-Impfung für alle über 70-Jährigen. „Für sie ist Booster Wirkung ab jetzt lebensnotwendig, da für sie Durchbruchinfektionen tödlich enden können. Dritte Impfung ein Muss für sie. Andere später dran. Das muss man klar kommunizieren.“

Saskia Hassink