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20211030105638

Merkel: Kimmich macht sich vielleicht noch einmal Gedanken

10:39
30.10.2021
Fußballprofi Joshua Kimmich könnte seine Haltung zur Corona-Impfung nach Meinung der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel noch einmal überdenken. „Vielleicht macht sich Joshua Kimmich darüber ja auch noch Gedanken. Er ist ja als sehr reflektierter Fußballer bekannt“, sagte die frühere CDU-Chefin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Auch ein Profifußballer habe das Recht, sich nicht impfen zu lassen, meinte Merkel. Zur Begründung Kimmichs, der unter anderem auf fehlende Langzeitstudien zu den Impfstoffen verwiesen hatte, sagte Merkel, „es gibt auf seine Fragen und Zweifel sehr gute Sachargumente, die allgemein verfügbar sind“.

Saskia Hassink

Experte: Corona und Brexit haben Nordirland-Konflikt wieder angeheizt

10:03
30.10.2021
Angesichts von Corona-Pandemie und Brexit warnt eine Friedensorganisation in Nordirland vor der Verschärfung des jahrzehntealten Konflikts in der früheren Bürgerkriegsregion. Paramilitärische Gruppen auf beiden Seiten erhielten derzeit großen Zulauf, sagte der Chef des International Fund for Ireland (IFI), Paddy Harte, der Nachrichtenagentur PA am Samstag. Sowohl die zumeist protestantischen Anhänger der Union mit Großbritannien als auch die katholischen Befürworter einer Wiedervereinigung mit dem EU-Mitglied Irland würde in „alarmierendem“ Ausmaß neue Kräfte rekrutieren. Es sei „sehr, sehr wahrscheinlich“, dass es zu neuer Gewalt komme.

„Der Brexit hat Fragen der Kultur und Identität sowie alte Wunden aufgeworfen, die weit in den Hintergrund getreten waren“, so Harte. Corona habe dann Möglichkeiten zum Diskurs unterbunden. Zudem habe ein „Covid-Nationalismus“ dazu geführt, dass Unterschiede in der Pandemiebekämpfung in Irland und Großbritannien stärker unter die Lupe genommen worden seien.

Die Loyalisten befürchteten, dass der Brexit und die im Austrittsvertrag festgelegten Handelsregeln eine innerbritische Grenze schaffen, sagte Harte. Auf der anderen Seite fühlten sich die Republikaner im Stich gelassen. Nur mit großem Einsatz von Friedensstiftern und Sozialarbeitern seien im Frühjahr größere Krawalle verhindert worden. Damals kam es tagelang zu Ausschreitungen vor allem in Belfast. Die Lage bleibe aber herausfordernd, sagte Harte.

Die unabhängige Organisation wurde 1986 gemeinsam von der britischen und der irischen Regierung gegründet, um Friedensbemühungen und Widergutmachungsprozesse in Nordirland zu fördern.

Saskia Hassink