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Regierung streicht „rote Corona-Reiseliste“ für England zusammen

19:30
07.10.2021
Die britische Regierung streicht ihre „rote Reiseliste“ für England drastisch zusammen. Wer vom frühen Montagmorgen an etwa aus Brasilien, Mexiko oder Südafrika in England ankommt, muss nicht mehr für elf Tage in verpflichtende, teure Corona-Quarantäne in einem Hotel. Künftig umfasst die „rote Liste“ nur noch 7 Staaten in Süd- und Mittelamerika statt 54 Länder weltweit, wie Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstag mitteilte. Zudem müssen vollständig gegen Corona geimpfte Reisende nun bei der Ankunft aus zahlreichen weiteren Staaten wie Indien, der Türkei oder Ghana gar nicht mehr in Quarantäne.

Die Reisebranche hatte seit Monaten für Änderungen der Regeln zu beliebten Urlaubsländern wie Mexiko oder Thailand geworben. „Die heute verkündeten Maßnahmen bedeuten den nächsten Schritt, um den Reiseverkehr weiter zu öffnen und Stabilität für Passagiere und die Industrie zu schaffen, während wir gleichzeitig auf dem Weg bleiben, den Reiseverkehr für immer offenzuhalten“, twitterte Shapps. Die Änderung gilt nur für den größten britischen Landesteil England.

Einreisende aus „roten“ Ländern müssen sich nach Ankunft in England direkt in bestimmte Hotels begeben und dort elf Nächte in Isolation verbringen. Die Kosten von bis zu 2285 Pfund (2700 Euro) pro Person müssen die Reisenden selbst zahlen. Wer aus Deutschland ins Vereinigte Königreich einreist, muss schon seit längerem nicht mehr in Quarantäne. Allerdings muss vor der Ankunft weiterhin ein PCR-Test gebucht werden, der spätestens am zweiten Tag in Großbritannien gemacht werden muss.

Patrick Reichelt

Nordirland streicht Ende Oktober fast alle Corona-Regeln

18:46
07.10.2021
 Als letzter Landesteil des Vereinigten Königreichs will Nordirland Ende Oktober fast alle Corona-Regeln aufheben. Wie die Nachrichtenagentur PA am Donnerstag meldete, soll am 31. Oktober die Regel fallen, einen Meter Abstand zu halten. Nachtclubs dürfen öffnen, in Pubs müssen Gäste nicht mehr am Sitzplatz bedient werden. Bereits am 14. Oktober sollen Besucher Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wieder im Stehen verfolgen dürfen.

Die Regierung der britischen Provinz will den PA-Informationen zufolge dabei auf die 3G-Regel setzen: Veranstalter und Nachtclubbetreiber sollen gebeten werden, von Besuchern einen Nachweis über vollständige Impfung, Genesung oder aktuellen negativen Corona-Test zu verlangen.

In den übrigen Landesteilen sind die meisten Corona-Regeln schon seit längerem aufgehoben. Während aber in Schottland und Wales noch in Geschäften, Gastronomie und Nahverkehr eine Maskenpflicht gilt, gibt es im größten Landesteil England keine gesetzlichen Vorgaben mehr. Gesundheitspolitik ist im Vereinigten Königreich Aufgabe der einzelnen Landesteile.

Patrick Reichelt

RKI: Corona-Ausbrüche an Schulen häufen sich früher als 2020

18:18
07.10.2021
  Seit August hat es nach Beobachtung des Robert Koch-Instituts (RKI) vermehrt Corona-Ausbrüche an Kitas und vor allem an Schulen gegeben. Die übermittelte Häufigkeit steige in diesem Jahr etwa zwei Monate früher an als im Vorjahr, geht aus dem Wochenbericht des RKI vom Donnerstagabend hervor. Demnach wurden der Behörde für die vergangenen vier Wochen 201 Kita- und 481 Schulausbrüche gemeldet. Die jüngste Entwicklung insbesondere der vergangenen zwei Wochen lasse sich aber noch nicht gut bewerten, hieß es vor dem Hintergrund möglicher Nachmeldungen.

„Beim ansteigenden Trend der Ausbruchshäufigkeit in Kitas und Schulen spielen vermutlich die ausgeweiteten Testaktivitäten und die leichtere Übertragbarkeit der Delta-Variante eine Rolle“, erläutern die Autoren des Berichts. Fälle, darunter auch solche ohne Krankheitssymptome, würden frühzeitig erkannt.

RKI-Chef Lothar Wieler hatte am Mittwoch in Berlin bekräftigt, dass nach RKI-Empfehlung die Maßnahmen zum Infektionsschutz an Kitas und Schulen - ebenso wie in Alten- und Pflegeheimen - bis zum Frühjahr 2022 aufrechterhalten werden sollten. Er sagte: „Wir wollen, dass Kitas und Schulen auf bleiben, aber bitte unter Beibehaltung von Schutzmaßnahmen.“ Mehrere Bundesländer hatten zuletzt die Maskenpflicht an Schulen aufgehoben.

Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen in Deutschland gibt das RKI im Bericht für vergangene Woche mit 52 an. Das Institut spricht von einem deutlichen Rückgang solcher Ausbrüche insbesondere wegen Impfungen und Hygienemaßnahmen.

Patrick Reichelt