Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) soll laut einem „Spiegel“-Bericht im Impfzentrum Friesland zu hohe Gehälter abgerechnet haben. Wie das Nachrichtenmagazin am Freitag berichtete, soll der DRK-Kreisverband Jeverland, der das Impfzentrum in Schortens bis Ende August betrieb, mehr als 50 000 Euro im Monat an Lohnkosten vom Kreis Friesland eingenommen haben, die nicht an die Angestellten ausbezahlt wurden.
Demnach vereinbarte das DRK mit dem Landkreis Friesland einen Stundenlohn, der bis zu drei Mal so hoch war wie die tatsächlich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezahlten Gehälter. Der DRK-Kreisverband reagierte auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht.
Der „Spiegel“ bezieht sich in dem Bericht etwa auf die Gehaltsabrechnung einer Verwaltungsangestellten, die im Juli 2152 Euro brutto verdiente. Nach Abzug der Nebenkosten blieben ihr demnach 1502 Euro. Laut dem Bericht stellte das DRK dem Landkreis für die Angestellte jedoch 6566 Euro in Rechnung. Angestellte wie examinierte Krankenschwestern und Arzthelferinnen, die auch impfen dürfen, seien demnach mit 8294 Euro noch höher abgerechnet worden. Auf der Gehaltsabrechnung einer Arzthelferin wurde laut „Spiegel“ ein Bruttolohn von 3000 Euro ausgewiesen, ausgezahlt bekam sie jedoch lediglich rund 2000 Euro Nettolohn.