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20210908041443

Wenig Inlandsflüge: Deutscher Flugverkehr erholt sich langsamer

10:11
07.09.2021
 Der Flugverkehr in Deutschland erholt sich deutlicher langsamer von der Corona-Krise als in den meisten anderen europäischen Ländern. Das geht aus einem Vergleich für den Monat August hervor, den die Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol am Dienstag veröffentlichte.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Inlandsflügen, deren Zahl in der Türkei und Italien bereits wieder das Vorkrisen-Niveau aus dem August 2019 überschritten hat. Auch in Spanien (96 Prozent), Frankreich (94 Prozent) und Norwegen (94 Prozent) waren auf den Inlandsrouten im August wieder fast so viele Flugzeuge unterwegs wie vor der Pandemie, während es in Deutschland 56 Prozent waren.

Bezogen auf alle Flüge einschließlich der Überflüge erreichte der deutsche Luftraum im August knapp zwei Drittel (65 Prozent) des Wertes von vor zwei Jahren. Europaweit zählten die Lotsen 71 Prozent. Am stärksten war auf den größeren Märkten der Flugverkehr in Griechenland (81 Prozent) und der Türkei (78 Prozent) zurückgekommen. Schwächer als der deutsche Markt zeigte sich Großbritannien mit 51 Prozent.

Patrick Reichelt

Corona-Experte: Belastungen der Intensivstationen bis 2022

09:10
07.09.2021
 Der Corona-Experte Clemens Wendtner rechnet damit, dass die Pandemie die Intensivstationen bis weit in das nächste Jahr hinein belasten wird. „Aus ärztlicher und wissenschaftlicher Sicht muss man ganz klar erkennen, dass wir weit davon entfernt sind, den Sieg über Corona verkünden zu können“, sagte der Infektiologe der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag). „Die Pandemie mit einer deutlichen Belastung der Krankenhäuser wird sich meiner Einschätzung nach über die erste Hälfte des Jahres 2022 erstrecken.“

Hauptproblem sei die derzeit kaum steigende Impfquote, sagte der Chefarzt der München Klinik Schwabing. „Wenn sich hier nichts signifikant in den nächsten Wochen ändert, müssen wir davon ausgehen, dass die vierte Welle jetzt im Herbst noch massiv ansteigen wird und wir wieder viele Covid-Patientinnen und Covid-Patienten in den Kliniken und nicht zuletzt auf den Intensivstationen versorgen müssen.“

Wendtner sagte weiter: „Die vierte Welle wird leider die Ungeimpften mit voller Wucht und mit allen klinischen Konsequenzen treffen, für diese Personengruppe wird es nach derzeitiger Datenlage keinen Schutz durch eine Herdenimmunität geben.“ Studien zeigten, dass die Viruslast bei der Delta-Variante um den Faktor 300 höher liegen kann als im Vergleich zum ursprünglichen Wuhan-Wildtyp des Virus.

„Für Geimpfte in der Umgebung ist dies kein Problem, aber für Ungeimpfte ist die Gefährdung vor dem Hintergrund von Delta wirklich erheblich, sie tragen ein sehr hohes Risiko zu erkranken.“

Patrick Reichelt

Corona-Studie: Schlechte Belüftung bei Kappensitzung in Gangelt

08:23
07.09.2021
Bei der Verbreitung des Coronavirus auf der sogenannten Kappensitzung in Gangelt am 15. Februar 2020 spielte die Belüftung eine wichtige Rolle. Das geht aus einer jetzt als Vorveröffentlichung (Preprint) publizierten Studie des Bonner Virologen Hendrik Streeck und anderer Wissenschaftler hervor. „Die Studie zeigt deutlich, wie wichtig eine gute Belüftung mit Frischluft und Filteranlagen sind“, sagte Streeck der Deutschen Presse-Agentur.

Die Forscher haben über Monate hinweg 411 der insgesamt etwa 450 Teilnehmer der Karnevalssitzung befragt. Die Sitzung hatte sich als Superspreader-Event herausgestellt. Fast die Hälfte der Teilnehmer - 46 Prozent - infizierte sich mit dem Virus.

Von Gangelt aus hatte sich das Virus in den darauf folgenden Wochen im ganzen Kreis Heinsberg verbreitet. Dadurch kam es in der Region an der niederländischen Grenze zum ersten großen Corona-Ausbruch in Deutschland.

Patrick Reichelt