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Coronakrise: Müssen Kurzarbeiter mit Steuernachzahlungen rechnen?

11:07
24.08.2021
 Wegen Corona waren viele Beschäftigte im vergangenen Jahr in Kurzarbeit. Für manche Kurzarbeiter kann sich eine Steuernachzahlung ergeben, erklärt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH). Manche Kurzarbeiter können aber auch eine Steuererstattung erhalten - etwa wenn die Firma drei Monate komplett geschlossen war.

Das Kurzarbeitergeld ist zwar steuerfrei. Doch der Fiskus berücksichtigt das Kurzarbeitergeld bei der Berechnung des individuellen Steuersatzes. Eine Steuernachzahlung kann sich häufig bei Arbeitnehmern ergeben, die das gesamte Jahr über 50 Prozent Kurzarbeitergeld erhalten haben. Der Arbeitgeber habe dann laut VLH im Laufe des Jahres meist zu wenig Lohnsteuern abgeführt.

Auch gemeinsam veranlagte Ehepaare kann dies betreffen, wenn nur einer Lohnersatzleistungen bezogen hat. VLH-Tipp: Sie können sich für eine Einzelveranlagung entscheiden und die Steuererklärung 2020 getrennt abgeben. Laut VLH geht der Splittingvorteil dann zwar verloren - dies könne sich aber finanziell auszahlen.

Patrick Reichelt

Luca-App: 126 000 Menschen erfuhren von möglichem Infektionsrisiko

09:55
24.08.2021
 Die Macher der umstrittenen Luca-App haben eine positive Zwischenbilanz gezogen. Allein in den vergangenen zehn Wochen zwischen dem 1. Juni und dem 23. August hätten 126 000 Menschen durch die Luca-App von einem möglichen Infektionsrisiko erfahren, erklärte die Culture4Life GmbH. Zuvor habe jeweils eine Gesundheitsbehörde in dem Luca-System den Aufenthalt einer später positiv getesteten Person als Risiko eingestuft. In diesem Zeitraum hätten die Gesundheitsämter 1750-mal von Betrieben gesammelte Kontaktdaten der betreffenden Besucher angefordert.

„Die Betroffenen hatten damit die Gelegenheit, noch vor einer Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt ihr eigenes Verhalten anzupassen“, sagte Patrick Hennig, Geschäftsführer der Culture4Life GmbH. „Das entspricht 126 000 möglichen Infektionsketten, die potenziell unterbrochen wurden.“

Die Luca-App will die Zettelwirtschaft ersetzen, die bei einer analogen Erfassung der Besuche von Restaurants, Ausstellungen und anderen Events entsteht. Der Hersteller konnte unter anderen den Rapper Smudo von den Fantastischen Vier als Fürsprecher gewinnen. Der Luca-Hersteller hat mit 13 Bundesländern einen Vertrag. Nur Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen haben sich gegen eine vertragliche Bindung entschieden. Dort setzten zwar auch etliche Gesundheitsämter das System ein, müssen aber auf eine umfangreiche technische Unterstützung verzichten.

Die Luca-Macher reagieren mit der Vorlage der aktuellen Nutzungszahlen auf die anhaltende Kritik von Aktivisten des Chaos Computer Clubs, Datenschützern wie die Berliner Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk und zahlreichen Wissenschaftlern. Sie bemängeln zum einen das Konzept der zentralen Datenspeicherung. Gleichzeitig stellen die Kritiker auch die Relevanz der Luca-App in Frage. Zu den Luca-Skeptikern gehören auch einzelne Vertreter von Gesundheitsämtern, etwa in Berlin-Neukölln.

Patrick Reichelt