Der Hausärzteverband befürwortet die Pläne der Bundesregierung, die Beschränkungen im öffentlichen Leben nicht mehr allein an die Corona-Inzidenz zu knüpfen. „Die Bewertung des Infektionsgeschehens müsste längst mehr Aspekte als nur die Inzidenz einbeziehen“, sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt der „Rheinischen Post“ (Dienstag). „Die geplante Berücksichtigung der Hospitalisierungsrate ist deshalb ein richtiger erster Schritt, und dafür wurde es auch höchste Zeit.“ Es gehe darum, die Belastung des Gesundheitswesens abzubilden. „Diese ist im Moment moderat, und sie wird vor allem durch Personen verursacht, die nicht geimpft sind.“
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag im ZDF gesagt: „Die 50er-Inzidenz im Gesetz, die hat ausgedient.“ An die Stelle der Inzidenz soll die Rate der Corona-Fälle im Krankenhaus treten. Details der geplanten Neuregelungen blieben zunächst offen. Derzeit schreibt das Infektionsschutzgesetz vor, dass bei Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen umfassende Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind.