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Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt leicht

09:49
07.08.2021
In der Corona-Pandemie hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen im Vergleich zum Vortag von 17,2 auf 17,9 erhöht. Landesweit wurden 289 neue Infektionen gemeldet, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Menschen pro 100 000 Einwohner an, die sich innerhalb einer Woche neu mit dem Coronavirus angesteckt haben. Weitere Todesfälle wurden nicht registriert.

Die niedersachsenweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte nach den Zahlen vom Samstag Wolfsburg mit 44,2. Danach folgten die Städte Emden (36,1) und Salzgitter (32,6). Den niedrigsten Wert meldete der Landkreis Friesland mit 1,0, gefolgt vom Landkreis Lüchow-Dannenberg mit einer Inzidenz von 2,1.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters wurden in Niedersachsen am Samstag 18 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 12 von ihnen wurden invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 319, davon haben 146 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Malte Bürger

Kindermediziner: Corona-Schutz in Schulen noch länger nötig

08:41
07.08.2021
Die Schulen werden aus Sicht des Kindermedizin-Experten Dominik Schneider noch lange besondere Corona-Schutzkonzepte brauchen. „Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass damit, wenn wir die Ab-Zwölfjährigen impfen, noch kein Problem gelöst ist“, sagte der Dortmunder Klinikdirektor, der auch Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) ist, am Samstag im Deutschlandfunk. „Denn die, die am meisten eigentlich unter dieser Coronakrise gelitten haben, das sind eigentlich die jüngeren Kinder unter zwölf Jahren. Und da haben wir auch in den nächsten Wochen absehbar noch kein Impfangebot. Das wird frühestens im Herbst oder im Dezember, Ende des Jahres kommen.“

Für die älteren Kinder und Jugendlichen ab zwölf gibt es bereits zugelassene Impfstoffe. Allerdings empfiehlt die Ständige Impfkommission ihren Einsatz nur für Vorerkrankte oder nach individueller ärztlicher Beratung. Einige Politiker drängen das Wissenschaftlergremium angesichts der lahmenden Impfkampagne nun, endlich eine Empfehlung für alle Kinder über zwölf auszusprechen. Schneider verteidigte die Stiko. Ihre bisherige Erklärung sei ein „exzellentes Dokument, absolut lesenswert“, sagte er. „Es ist auch keine Außenseitermeinung.“ Denn die britische Impfkommission und die Weltgesundheitsorganisation WHO seien zur gleichen Einschätzung gekommen. Zuvor hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der Stiko vorgeworfen, eine Außenseitermeinung zu vertreten.

Für die Sicherheit an den Schulen brauche es ein umfassendes Konzept und auch mehr Personal, etwa für die Durchführung von Tests, verlangte Schneider. „Es ist nicht so, dass man ein Luftfiltergerät in einen Raum stellt und dann ist alles gelöst.“ Wenn das verkehrt gemacht werde, könne man sogar das Infektionsrisiko erhöhen.

Malte Bürger