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Zu viele Briten in Quarantäne: Regierung schraubt an Corona-App

18:53
02.08.2021
Um die Anzahl der Beschäftigten zu senken, die wegen Kontakts mit Corona-Infizierten in Quarantäne sind, hat die britische Regierung die Einstellungen der Corona-App ändern lassen. Künftig schlägt die Anwendung nur noch an, wenn es in den vergangenen zwei Tagen einen Corona-Kontakt gab, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. Bisher ging die Suche fünf Tage zurück. Das Ministerium betonte, das Update beeinfluss weder die Empfindlichkeit der App noch ändere es die Risikoschwelle.

Zuletzt waren wöchentlich Hunderttausende in England und Wales aufgefordert worden, sich wegen engen Kontakts mit Menschen, die später positiv auf das Virus getestet wurden, in Selbstisolation zu begeben. Die Regelung hatte schwere Auswirkungen auf die Wirtschaft: Pubs und Gaststätten blieben geschlossen, Lebensmittelregale leer, Bahnen und Busse blieben stehen. Medien nennen das Phänomen „Pingdemie“ - nach dem „ping“, das Anwender über einen Corona-Kontakt informiert.

„Dieses Update der App wird dazu beitragen, dass wir die richtige Balance finden“, sagte Gesundheitsminister Sajid Javid. „Wir wollen die Störungen reduzieren, die die Selbstisolation für Menschen und Unternehmen verursachen kann, und gleichzeitig sicherstellen, dass wir die am stärksten gefährdeten Personen vor diesem Virus schützen.“

Wirtschaftsvertreter und konservative Politiker begrüßten die Änderungen. Der Sender Sky News berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, die App habe in den ersten drei Juli-Wochen dazu beigetragen, mehr als 50 000 Neuinfektionen und 1600 Krankenhauseinweisungen zu vermeiden.

Michael Rabba

Delta-Variante in Thailand: Strikter Lockdown in Bangkok verlängert

16:53
02.08.2021
Die Behörden in Bangkok bekommen die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus trotz strikter Maßnahmen weiter nicht in den Griff. Der Lockdown in Thailands Hauptstadt und mehreren Dutzend Provinzen wird deshalb um zunächst zwei Wochen verlängert, wie die Regierung am Montag mitteilte. Mitte August werde neu bewertet, ob die Einschränkungen gelockert oder noch einmal bis zum 31. August ausgedehnt würden, sagte Apisamai Srirangson, eine Sprecherin des staatlichen Centre for Covid-19 Situation Administration (CCSA).

Die Bürger der sogenannten „dunkelroten Zonen“, zu denen auch Bangkok gehört, dürfen derzeit nicht in andere Landesteile reisen. Zudem herrschen strenge Ausgangsbeschränkungen zwischen 21.00 und 04.00 Uhr. Einkaufszentren, Massagesalons und Restaurants sind geschlossen. Jedoch verlangsame sich der Anstieg der Zahl der Neuinfektionen in Bangkok langsam, hieß es. In der größten Stadt des Landes, in deren Metropolregion fast 15 Millionen Menschen leben, werden derzeit fast 40 Prozent aller landesweiten neuen Fälle verzeichnet.

Im vergangenen Jahr galt Thailand noch als Vorzeigeland im Kampf gegen die Pandemie - seit April erlebt der Staat aber seine bisher schwerste Welle. Insgesamt wurden bisher 615.000 Fälle bestätigt. Fast 5000 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Seit die Regierung die Grenzen im März 2020 wegen des Virus geschlossen hat, liegt die wichtige Tourismusbranche am Boden. Seit einigen Wochen versuchen die Behörden, zumindest einige beliebte Regionen wieder für Touristen zu öffnen. Dazu gehört die größte Insel Phuket, wo seit Anfang Juli rund 13 200 Urlauber angekommen sind. Unter diesen wurden bislang 30 Corona-Fälle registriert.

Malte Bürger