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Caritas: Mehr Gewalt gegen Frauen in Corona-Pandemie

07:11
30.07.2021
Der Corona-Lockdown hat die Gewalt gegen Frauen nach Einschätzung der Caritas im Emsland massiv verschlimmert. Bis zu 30 Prozent mehr Gewaltopfer hätten sich im vergangenen Jahr bei den Beratungsstellen in Lingen, Meppen und Papenburg gemeldet, teilte der Verband einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitag) zufolge mit. Homeoffice, Homeschooling, Einkommensverluste und oftmals beengte Wohnverhältnisse hätten die Lage in vielen Familien eskalieren lassen, in Partnerschaften würden Männer gegen Frauen aggressiv.

Monika Olthaus-Göbel von der Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt in Lingen, erklärte, Männer griffen in Wohngemeinschaften auch andere Männer an. Zudem gebe es Übergriffe erwachsener Kinder gegen Eltern oder andere Familienmitglieder. „Manchmal arten schon Kleinigkeiten in Handgreiflichkeiten aus.“

Auch die Diakonie in Niedersachsen warnt vor mehr Gewalt in der Pandemie. Auch beim Schwangeren- und Frauennotruf Mirjam habe man eine Zunahme von Gewalt festgestellt, sagte ein Diakoniesprecher der Zeitung. Besonders Frauen und Familien in beengten Verhältnissen hätten sich in Corona-Zeiten an das Krisentelefon gewandt. Der Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, Johannes Schmidt, sagte: „Es ist genau das eingetreten, vor dem wir schon seit einem Jahr warnen - eine strukturell angelegte Kindeswohlgefährdung.“ Während der Pandemie hätten viele freie Träger den Kontakt zu Kindern verloren.

Patrick Reichelt

Über 200 Corona-Infizierte nach Flughafen-Ausbruch in China

06:22
30.07.2021
Nach einem Ausbruch am Flughafen der Metropole Nanjing breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus in China weiter aus. Wie chinesische Staatsmedien am Freitag berichteten, wurden mindestens 200 Infektionen in fünf chinesischen Provinzen nachgewiesen, die mit dem Ausbruch in Nanjing in Verbindung stünden. Die ersten Infektionen waren vergangene Woche bei Flughafen-Mitarbeitern in der Neun-Millionen-Metropole nachgewiesen worden. Es wurde vermutet, dass das Virus über einen Flug aus Russland nach Nanjing gelangte. 

Ein Großteil der entdeckten Fälle beschränkt sich weiterhin auf Nanjing, doch wurden einzelne Infektionen auch in anderen Städten bei Reisenden festgestellt, die aus der Region zurückgekehrt waren. Auch in der Hauptstadt Peking wurden zwei Infizierte gemeldet.

Die Behörden riefen dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten. Zudem wurden strenge Quarantäne-Regeln für Rückkehrer aus Nanjing verhängt, wo sich die gesamte Bevölkerung seit der vergangenen Woche gleich zweimal auf das Virus testen lassen musste. 

Seit mehr als einem Jahr hat sich das Leben in China, wo im Dezember 2019 weltweit die ersten Infektionen mit dem neuen Virus entdeckt worden waren, wieder weitgehend normalisiert. Die Behörden verfolgen eine strenge „Null-Covid-Politik“: Bei Ausbrüchen wird sofort mit Massentests, Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverfolgung und Quarantäne reagiert. Auch gelten scharfe Beschränkungen für Einreisende, die mindestens zwei Wochen in eine Quarantäneeinrichtung müssen.

Patrick Reichelt

Lauterbach geht von stark steigender Impfbereitschaft im Herbst aus

06:06
30.07.2021
 SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geht von einer stark steigenden Corona-Impfbereitschaft im Herbst aus. „Corona-Verhaltensbeschränkungen sind im Wesentlichen im Herbst vorbei, nicht aber für die Ungeimpften. Der Druck auf Ungeimpfte wird dann automatisch steigen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Freitag). Es könne aber dann keine Gleichbehandlung von Geimpften und Getesteten mehr geben.

Die Delta-Variante sorge dafür, dass die Aussagekraft von Schnelltests noch nicht genau genug sei, um Ansteckungsketten zu vermeiden, argumentierte Lauterbach. „Es gibt zu viele falsch-negative Ergebnisse. Somit werden ungeimpfte Personen nicht zu einer Normalität zurückkehren können.“ Jeder, der sich nicht impfen lassen wolle oder könne, müsse leider damit rechnen, im nächsten halben Jahr an Covid zu erkranken, sagte Lauterbach. „Ich gehe deswegen davon aus, dass die Impfbereitschaft im Herbst noch einmal stark steigen wird.“

Patrick Reichelt