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Israel will über 60-Jährigen dritte Corona-Impfung geben

19:16
29.07.2021
Angesichts steigender Infektionszahlen will Israel als erstes Land über 60-Jährigen eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus geben. Regierungschef Naftali Bennett teilte am Donnerstagabend mit, dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben. Ein Expertenteam in Israel hatte zuvor eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende FDA-Vorgabe gibt.

Bennett sagte, die Impfkampagne in den Krankenkassen solle binnen weniger Tage beginnen. „Ich rufe ältere Menschen, die schon die zweite Dosis erhalten haben, sich auch zum dritten Mal impfen zu lassen“, sagte er. „Dies schützt vor schwerer Erkrankung und Tod.“ Bisher hatten in Israel bereits mehrere Hundert Menschen mit Immunschwäche eine solche dritte Dosis erhalten.

Der Hintergrund dafür sind Zahlen des Ministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante, hieß es. Allerdings kritisieren auch Experten der Regierung, dass die Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben seien.

Malte Bürger

Corona-Impfgegner blockieren Verkehr in Bratislava

18:48
29.07.2021
Aus Protest gegen die Corona-Politik der slowakischen Regierung haben Demonstranten am Donnerstag den Verkehr in einem Teil des Stadtzentrums von Bratislava lahmgelegt. Die nach Polizeiangaben rund 1500 Menschen forderten vor dem Amtssitz von Präsidentin Zuzana Caputova die Rücknahme eines umstrittenen Impfgesetzes und blockierten ab Mittag einen der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsknoten. Am Abend kündigte ein Teil der Protestierenden an, die Blockade auch während der Nacht und der nächsten Tage fortzuführen.

Das am Sonntag vom Parlament abgesegnete und am Montag von der Präsidentin unterschriebene Impfgesetz erlaubt den Gesundheitsbehörden im Falle einer Verschlechterung der Corona-Pandemiesituation weitreichende Einschränkungen für all jene Menschen, die nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Unter anderem könnte ihnen dann der Zutritt zu Geschäften oder der Weg zur Arbeit nur mit regelmäßigen Corona-Tests erlaubt sein. Die Demonstranten riefen Regierung und Präsidentin auf, die Macht „dem Volk“ zu übergeben. Kundgebungsteilnehmer beschimpften anwesende Journalisten und warfen der Polizei vor, einer „Diktatur“ zu dienen, die eine „Apartheid“ einführe. Das Impfgesetz schaffe zwei Klassen von Bürgern, nämlich Geimpfte und Ungeimpfte.

Die beiden sozialdemokratischen Oppositionsparteien hatten gegen das Gesetz gestimmt. Inzwischen kündigten sie eine gemeinsame Klage vor dem Verfassungsgericht an, weil das Gesetz eine indirekte Impfpflicht einführe. Die rechtsextreme Parlamentspartei LSNS lehnt überhaupt alle Corona-Regeln ab und bezeichnete die Pandemie wiederholt als „Erfindung“, die zur Unterdrückung der Bürger diene.

Malte Bürger