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WHO-Europachef warnt vor nachlassendem Impftempo

18:49
22.07.2021
Im Hinblick auf steigende Corona-Infektionszahlen warnt der Europachef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem nachlassenden Tempo bei den Impfungen. Angesichts des noch nicht ausreichenden Impffortschritts lege die Delta-Variante die Achillesferse Europas frei, sagte Hans Kluge dem „Handelsblatt“. „Je langsamer wir impfen, umso mehr Varianten werden entstehen.“

Das Impftempo nehme in vielen Ländern ab einer Impfquote von 40 bis 50 Prozent deutlich ab, so Kluge. Das reiche aber noch nicht annähernd aus. Die Maskenpflicht müsse daher beibehalten werden. Einer Impfpflicht steht Kluge demnach skeptisch gegenüber, sie müsse ein Mittel der letzten Wahl sein. „Wir können aber an einen Punkt gelangen, an dem die WHO eine Impfpflicht empfehlen wird.“

Malte Bürger

RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

18:25
22.07.2021
Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau (unter 5 Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen) veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI neuerdings donnerstags vorlegt.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 32 in der vergangenen Woche verzeichnen demnach die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind zudem auch deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. Das RKI schreibt, der Rückgang der Patientenzahlen in Krankenhäusern und auf Intensivstationen setze sich aktuell jedoch nicht weiter fort. Die Werte lägen zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.

Malte Bürger

Israel will Grünen Pass wegen Corona-Neuanstiegs wieder einführen

18:03
22.07.2021
Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Israel soll in dem Land der sogenannte Grüne Pass wieder eingeführt werden. Das Corona-Kabinett beschloss am Donnerstag, für Versammlungen von mehr als 100 Menschen erneut Beschränkungen zu verhängen. Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, müssen demnach am Eingang eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies soll unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser gelten.

Laut der Entscheidung des Corona-Kabinetts müssen Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, vom 8. August an die Kosten für Corona-Tests selbst tragen. Der Grüne Pass, der Erleichterungen für Geimpfte und Genesene brachte, war in Israel im Februar eingeführt worden. Nach einem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen waren die meisten Beschränkungen jedoch wieder aufgehoben worden.

Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Israel hatte aber zuletzt wieder die 1000er-Marke überschritten. Am Donnerstag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 1336 neue Fälle gemeldet worden. Für den Neuanstieg wird vor allem die Delta-Variante verantwortlich gemacht, die als besonders ansteckend gilt. Rund 62 Prozent der 9,3 Millionen Landesbewohner haben bereits eine erste Corona-Impfung erhalten, mehr als 56 Prozent auch die zweite Dosis.

Malte Bürger