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Impfkommission wehrt sich gegen Söder in Debatte zum Kinder-Impfen

14:41
16.07.2021
 In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche setzt sich die Ständige Impfkommission (Stiko) zunehmend gegen Druck aus der Politik zur Wehr. „Die aktuellen Aussagen von Herrn Söder und anderen Politikern zur Stiko und zu deren Arbeit sind auch unter Berücksichtigung der Wahlkampfzeit ungewöhnlich und müssen korrigiert werden“, teilte das unabhängige Gremium um den Virologen Thomas Mertens am Freitag mit. Ziel der Stiko sei das Erarbeiten der bestmöglichen Impfempfehlung für einzelne Menschen und für die Gemeinschaft. „Dies erfolgt unabhängig von Meinungen und Wünschen von Politikern und der pharmazeutischen Industrie.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte in einem BR-Interview vom Mittwoch bekräftigt, dass es mit einer generellen Corona-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren schneller gehen müsse. Dabei sprach er von der Stiko als einer ehrenamtlichen Organisation, wohingegen die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die „Profis“ seien.

Die EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nennt die Stiko noch fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs.

Das Gremium betonte nun, „keinesfalls“ weniger professionell zu sein als die EMA, aber andere Aufgaben zu haben als diese. Die EMA prüfe die Zulassungsunterlagen und erteilte die Zulassung. „Hingegen ist es der Auftrag der Stiko, Empfehlungen zu erarbeiten, wie ein zugelassener Covid-19-Impfstoff am sinnvollsten in der Bevölkerung zur Anwendung kommt.“ Die Stiko werde von Mitarbeitern des Robert Koch-Instituts (RKI) „maßgeblich unterstützt“ und arbeite dem gesetzlichen Auftrag entsprechend „transparent nach streng wissenschaftlichen Kriterien“.

Patrick Reichelt

17 Neuinfektionen in Bremen

14:03
16.07.2021
Das Gesundheitsressort hat 17 bestätigte Neuinfektionen für Bremen gemeldet. Damit gibt es nun 154 (+13) akut Infizierte im Land, die Zahl der Gestorbenen bleibt bei 489.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bremen steigt auf 14,8, in Bremerhaven auf 3,5.

Im Land Bremen müssen aktuell sechs Personen stationär versorgt werden, davon eine Person auf der Intensivstation. Bei mindestens drei Personen muss der Gesundheitszustand als schlecht oder kritisch beschrieben werden.

Patrick Reichelt

Indonesien bleibt globaler Corona-Hotspot - Rekordzahl an Todesopfern

13:41
16.07.2021
 Indonesien bekommt seine bisher schwerste Corona-Welle trotz eines Lockdowns und strikter Regeln nicht in den Griff. Die Behörden meldeten am Freitag mehr als 1200 Tote innerhalb von 24 Stunden in Verbindung mit Covid-19 - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Gleichzeitig wurden im viertbevölkerungsreichsten Land der Erde erneut rund 54 000 Neuinfektionen verzeichnet.

Seit Tagen liegt die Zahl der neuen Fälle bei mehr als 50 000. Indonesien hat damit Indien - wo die Zahlen rückläufig sind - als weltweiten Spitzenreiter überholt. Grund ist vor allem die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante. Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin forderte die Menschen dringend auf, die Maßnahmen einzuhalten und Masken zu tragen.

Hunderte Menschen, die positiv getestet wurden, seien in der Quarantäne in ihren Häusern gestorben, teilte die Plattform LaporCovid-19 mit, die Daten zur Pandemie in Indonesien sammelt. Vielerorts gibt es nicht mehr genug Krankenhausbetten. Ende Juni hatte das Rote Kreuz bereits vor einem Kollaps des Gesundheitssystems in dem Land mit 270 Millionen Einwohnern gewarnt.

Insgesamt wurden bislang mehr als 2,7 Millionen Corona-Fälle bestätigt. Mehr als 71 000 Menschen sind in Verbindung mit dem Virus gestorben. 40 Millionen Bürger haben eine Erstimpfung erhalten, jedoch sind bislang nur 16 Millionen Menschen vollständig geimpft.

Patrick Reichelt