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Kanzler Kurz will Eigenverantwortung statt Corona-Maßnahmen

14:41
10.07.2021
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will trotz steigender Corona-Infektionen nun auf Eigenverantwortung statt auf staatliche Kontrolle setzen. Kurz sieht die Krise an einem Wendepunkt: „Sie wandelt sich von einer akuten gesamtgesellschaftlichen Herausforderung zu einem individuellen medizinischen Problem“, sagte er mehreren Regionalmedien wie der „Kleinen Zeitung“ (Samstag).

Man müsse den noch nicht Geimpften klar machen, dass sie sich früher oder später anstecken würden, sagte der konservative Politiker. Dennoch gebe es in einer liberalen Demokratie das Recht, unvernünftig zu handeln. „Man kann am Tag zehn Schnitzel essen oder mit 140 Kilo die Felswand hinaufklettern, ohne dass der Staat unten steht und das Seil sichert.“

Der Staat müsse sich jetzt wieder auf seine Kernaufgaben zurückziehen, sagte Kurz. Durch den Fortschritt bei Impfungen, das Tragen von Masken und Massentests sei die Lage nicht mit dem vorigem Sommer vergleichbar.

In Österreich wurden Anfang Juli Abstandsregeln aufgehoben und die Nachtgastronomie sperrte wieder auf. Seitdem ist die Sieben-Tage-Inzidenz von sieben auf zehn gestiegen. Gesundheitsexperten erwarten wegen der ansteckenderen Delta-Variante eine vierte Infektionswelle.

Max Seidenfaden

Inzidenz in Bremen steigt an

13:59
10.07.2021
Nach zwei Tagen Stagnation ist die Sieben-Tage-Inzidenz in der Bremer Stadtgemeinde am Sonnabend gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsressorts lag sie bei 12,0. Am Vortag und am Donnerstag lag sie noch bei 11,3. Insgesamt wurden im Stadtgebiet neun neue Infektionen registriert, seit Beginn der Pandemie gibt es damit in Bremen 23.004 nachgewiesene Fälle. In Bremerhaven wurde erneut keine Neuinfektion registriert, die Inzidenz liegt wie am Vortag bei 1,8.

Max Seidenfaden

Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin warnt vor Lockerungswettlauf

13:28
10.07.2021
Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker hat angesichts der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus eindringlich vor zu großen Lockerungen gewarnt. „Der politische Lockerungswettlauf, den manche in Bund und Ländern derzeit veranstalten, ist aus medizinischer Sicht fatal. Vorsicht und Maßhalten sind weiter die Gebote der Stunde“, sagte die Chefin der Interessenvertretung von mehr als 43 000 Ärzten in Niedersachsen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Zumindest Abstands-, Hygiene- und Maskenregeln müssten weiter strikt eingehalten werden. „Wie kann man sich nur ernsthaft vom Maskentragen verabschieden wollen, wenn die meisten Kinder voraussichtlich gar keine Chance auf eine Impfung bekommen werden?“, sagte die Fachärztin für Innere Medizin, Lungen- und Bronchialheilkunde. Und: „Das Coronavirus wird uns noch sehr lange beschäftigen.“

Jan-Felix Jasch